Kambodscha

Pha Num Rung (83 von 83)Mein Meister aus Düsseldorf lädt jedes Jahr zum Martial Arts Camp nach Buriram/ Thailand ein. Und da ich eine Art Extraeinladung erhalten habe, lies ich es mir nicht entgehen dreieinhalb Wochen mit ihm und seinem Großmeister im Osten von Thailand zu verbringen. Mit einer regulären Teilnehmerin des Camps trafen wir uns am Flughafen und fuhren sechs Stunden in das bescheidene Dorf Khok Klang. Die Fahrtzeit habe ich tatsächlich nicht wahrgenommen, da ich viel zu gespannt den Geschichten der beiden Kampfkunstmeister lauschte und gebannt beobachtete wie mein, sonst sehr dominanter und vor allem autoritärer Meister, plötzlich in Gegenwart und Kontakt mit Seinem Großmeister zum bescheidenen, sich zurücknehmenden und unterordnenden Schüler wurde! An einer Tankstelle auf halber Strecke trafen wir einen Elefanten.  Ich weiß nicht wie häufig dergleichen in Thailand vorkommt, ich habe jedenfalls auf den insgesamt ca 4000km die ich durchs Land gereist bin, nur dieses eine Mal einen Elefanten an einer Tankstelle angetroffen. Elefanten tanken nämlich nicht. Nun weiß ich dass ich schon eine signifikante Anziehungskraft für außergewöhnliche Begebenheiten habe, aber wie sich in den nächsten Wochen herausstellen sollte, potenziert sich dies wenn man mit meinem Meister unterwegs ist! In Khok Klang angekommen wurden wir von des Großmeisters Frau und drei Hunden sowie zwei Wasserbüffeln begrüßt und drei außerordentlich intensive und ereignisreiche Wochen begannen. Das Dorf ist sehr beschaulich. Bunt bemalte Holzhäuser auf Stelzen, die Menschen in ihren Hängematten und Bales auf den Veranden. Einige Frauen machen Perücken. Reisfelder bilden die Landschaft. Jedes zweite Wohnhaus hat einen kleinen Laden im Erdgeschoss. Und ich frage mich wer diese ganzen Sachen kauft, wenn fast jeder einen eigenen Laden hat???

Thaiboxcamp Jarosz (25 von 244) Thaiboxcamp Jarosz (32 von 244) Thaiboxcamp Jarosz (82 von 244) Thaiboxcamp Jarosz (13 von 244) Thaiboxcamp Jarosz (11 von 244)Es gibt zwei Tempel. Und das Camp bietet kostenlose Quads an mit denen man sich binnen 2 Minuten komplett mit Matsch bespritzen kann. Kurz nach Sonnenuntergang schwirrten wahre Invasionen epischen Ausmaßes an geflügelten Viechern um alles was leuchtet! Sie paarten sich, schmissen ihre Flügel ab und verschwanden wieder. Hinterließen aber einen dichten Teppich an Insektenflügeln unter den Lampen. Jede Menge Chitin, vielleicht hätte man was draus basteln können??? Zu später erkannt…

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Bester Eiskaffee der Welt!
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Aristoteles!

Als Dank für die Einladung ins Camp revanchierte ich mich indem ich die Homepage für das Camp gestaltete, viele viele Fotos machte, sowie eine Wand des Schlafsaals mit dem Buddhakopf aus Ayutthaya bemalte, während die regulären Campteilnehmer täglich zwei Einheiten Muay-Thai Training absolvierten. Zudem hatte ich die Ehre ein besonderes Kung Fu Modell von meinem Meister zu erlernen, dass ich seit dem täglich übe. Allerdings erst nachdem er mir zur Begrüßung ein Hämatom am Oberschenkel und irgendwas anderes am Ellenbogen verpasst hast. So ist das. Bei ihm muss man zuallererst lernen mit Schmerzen umgehen zu können. Ich hoffe ich lerne diese Lektion bald! Der Großmeister erschlug vor meinen Augen eine Schlange. Der Meister und ich wollte sie häuten und ein Armband draus machen, aber die Hausherrin war dagegen eine Schlange auf dem Grundstück zu haben da dies Unglück bringe. Echt schade. Wäre ein sehr schönes grünes Armband geworden, und da diese Schlange so oder so getötet werden müsste, da sie sehr giftig und aggressiv war, hätte ich auch nichts dagegen gehabt es zu tragen. Nächstes Mal! Die Meisterin rettete eine Schildkröte vor dem Kochtopf. Sie wurde auf einem Markt zum Verkauf angeboten, und nach dem wir sie kauften, ich mit ihr die Fahrt über kuschelte und mein Meister sie Aristoteles getauft hatte, hat die Meisterin sie in einem Wasser-Schilf-Reisfeld freigelassen. Am Wochenende machten wir einen Ausflug nach Phanum Rung zu einem Angkor Wat-ähnlichen Tempel auf einem kleinen Berg und mein Meister und ich beschlossen das nächste Wochenende zusammen nach Kambodscha zu reisen und das originale Angkor Wat zu besuchen. muaytahiCamp3 (221 von 512)

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Die Meisterin entlässt Aristoteles wieder in die Freiheit. Hoffentlich lässt er sich nicht schon wider fangen…

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Pha Num Rung (47 von 83)

Pha Num Rung (12 von 83)

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martialartscamp-0340Gesagt – getan! Wir packten ein paar Sachen, mieteten uns einen Pickup, kauften uns nen fabelhaften Thai-Eiskaffee, aßen ein großartiges Grill-Honig-Hünchen und fuhren erst mal eine Stunde in die falsche Richtung… Dann fuhren wir zur kambodschanischen Grenze, die ich schon kannte, da ich direkt nach Ankunft in Buriram erst mal einen „Visarun“ absolvieren musste da mein Visum abgelaufen war. Der Visarun war witzig: Aus Thailand auschecken, d.h. Passnummer, Adresse, Personalien ausfüllen, Ausreisestempel bekommen. In Kambodscha ein Visa on Arrival beantragen, d.h. Passnummer, Adresse, Personalien ausfüllen, Visastempel bekommen. Nach Kambodscha einreisen, also Passnummer, Adresse, Personalien ausfüllen, Einreisestempel bekommen. Nun wieder in Thailand Visa on Arrival beantragen: Passnummer, Adresse, Personalien ausfüllen, Visastempel bekommen. Zu guter Letzt nach Thailand einreisen, wofür man, wer weiß es?  – Passnummer, Adresse und Personalien angeben muss um einen Einreisestempel  zu bekommen!!! Man läuft buchstäblich im Quadrat! Zwischendurch wird immer mal wieder versucht abzukassieren, aber glücklicherweise akzeptieren es die Beamten einfach wenn man sagt dass man die jeweilige „Gebühr“ sonst nie bezahlen musste und es auch jetzt nicht tun wird. Na ja, von einem musste ich kurz ein Portrait zeichnen:-) Die Einreise diesmal war also ein Klacks! Leider kamen wir erst spät abends an der relativ verlassenen, düsteren Grenze an und wurde sofort von Taxifahrern belagert die horrende Summen dafür haben wollten uns nach Siem Reap zu fahren. Wir ließen es locker angehen, bestellten einen Kaffee und setzen uns. Nach ca 10 min relaxtem Kaffeegenuss hat sich der Preis mysteriöserweise von ganz alleine halbiert. Unser Fahrer musste offenbar eh nach Siem Reap fahren und war bereit uns mitzunehmen. Das Auto, ein Prachtexemplar aus mit Tesafilm zusammengeklebten Einzelteilen, wurde nach 20 km schon von einem mit Flutlicht ausgestattetem SUV angehalten dessen bewaffnete Insassen unseren Kofferraum kontrollieren wollten. Er war leer, da wir unsere Tasche bei uns auf der Rückbank deponiert hatten, und man ließ uns diskussionslos weiterfahren. Nachdem der Fahrer kurze Zeit später erneut anhielt, mein Meister schon die Beschützer-Kampfhaltung eingenommen hatte da die Situation mitten im kambodschanischen Nirgendwo in völliger Dunkelheit etwas bedrohlich wirkte und wir keine Ahnung hatten warum der Fahrer wieder anhielt, ruckelte dieser plötzlich laut und heftig an unserer Scheibe! Mit einem Ruck fiel sie runter und wir begriffen dass auch diese mit Tesafilm oben angeklebt war und unser Fahrer uns lediglich mit der landestypischen Klimaanlage „offene Fenster“ bekannt machen wollte. Erleichtert und doch sehr angespannt starrten wir die Fahrt über aus der Frontscheibe: Eine Straße, deren Abschnitt von unserem Scheinwerferlicht beleuchtet wurde, umgeben von dichtem, satten Weltraumschwarz, schlängelt sich in für die Verhältnisse horrender Geschwindigkeit zu landestypischer Kambodschamusik vor uns. Aus dem Fenster weht ein leichter, bisweilen intensiverer Geruch nach Opium, der den SUV erklärt. Kurve um Kurve nichts als Schwarz und Straßenstückchen und Kambodschamusik. Wir fühlten uns wie in einem Quentin Tarantinofilm! Original. Im Grunde wäre ich über nichts überrascht. Im Geiste gehe ich einige der Horrostorys aus den Medien durch, von Trickbetrügern die ein liegengebliebenes Fahrzeug simulieren um die Hilfsbereitschaft von Touristen auszunutzen und sie zu überfallen sobald sie ihr Auto anhalten um zu helfen. Da sehe ich ein liegengebliebenes Fahrzeug mitten in der schwarzen, nach Opium riechenden Pampa und kann es nicht glauben das der Fahrer tatsächlich anhält! Aber hey, ich hab nen Kampfkunst-Transformer an meiner Seite, vielleicht ist es Zeit für ne Jacky-Chan-Kampfszene in unserem Tarantinofilm?? Naja. Das Auto hat keinen Zündfunken, wie mein Meister mir erklärt nachdem er sich den Wagen angeschaut hat, und wird heute voraussichtlich nicht mehr fahrtüchtig gemacht werden können. Unser Fahrer hat dies wohl auch erkannt und beginnt damit das Auto zum Abschleppen vorzubereiten. Von wegen Trickbetrüger und Überfall. Scheiß Paranoia. Aber definitiv ist die Situation, einen kaputten Wagen mit einem noch kaputteren Wagen auf einfach verdammt kaputten Straßen mitten in der kambodschanischen Drogenküche bei Nacht und völliger Dunkelheit  satte 100 km nach Siem Reap (höchstwahrscheinlich mit Tesafilm!) abzuschleppen, immer noch absurd genug um als Tarantino durchzugehen . Vor allem wegen der Musik! Und ich krieg das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Der Fahrer war großartig, wir haben kein einziges Mal bemerkt dass wir ein anderes Fahrzeug abschleppen und kamen gut vor ran. In der Stadt angekommen checkten wir in einem netten Hotel ein, besorgten uns etwas Landeswährung, und aßen etwas auf der Straße, wo wir auf einen indischen Traveller trafen den mein Meister innerhalb weniger Minuten dazu brachte heulend zu versprechen wieder Tai Chi zu praktizieren, und hinterher völlig überrascht war als ich ihn Prediger nannte. Worauf ich nicht vorbereitet war, war es morgens die Vorhänge im Zimmer zurückzuziehen und etwa 60 ausgewachsene, riesige Krokodile 10 m vor meinem Fenster vorzufinden. Krokodilfarm. Direkt vor meinem Fenster!Kambodscha (12 von 1325) Ich genoss mein erstes und bisher einziges Croissant auf meiner Reise beim Frühstück und wir organisierten uns ein TukTuk das uns durch die Tempelanlage von Angkor fahren sollte. Unser Fahrer konnte überraschenderweise gut englisch und erzählte und erklärte uns eine ganze Menge während der Fahrt. Der Eintritt zur Tempelanlage betrug satte 20US-$ pro Person. Man weiß wie man aus der einzigen Touristenattraktion des Landes Profit schlägt. Unsere erste Station war das Berühmte Angkor Wat. UNESCO Weltkulturerbe und dementsprechend von Touristen komplett belagert. Ein Foto ohne bunte Bierwerbung-T-Shirts, gefälschte Pradataschen, Sonnenschirme, Guide-Fähnchen und Hüten mit Schleifchen ist kaum machbar. Es sei denn man hat zufälligerweise einen wieder einmal souveränen Kampfkunstmeister dabei der mal eben einen Gang sperrt damit man ein Foto ohne Touris schießen kann. Vielen Dank dafür!:-)

Kambodscha (307 von 1325)

Unser Freund der TukTuk-Fahrer
Unser Freund der TukTuk-Fahrer
schlaue Hutverkäuferin, rief uns beim Namen, irgendwo muss sie mitbekommen haben wie wir heißen, dabei sind wir grade erst in Angkor angekommen!
schlaue Hutverkäuferin, rief uns beim Namen, irgendwo muss sie mitbekommen haben wie wir heißen, dabei sind wir grade erst in Angkor angekommen!

Angkor Wat ist beeindruckend, wunderschön, reich verziert, ein gesundes Maß an Zerstörung und erhalten gebliebenen Details, architektonisch eindrucksvoll! Dennoch leider ziemlich stressig aufgrund der riesigen Touristengruppen. Mein Meister und ich setzen uns an ein Fenster in einem ruhigen Gang des Gebäudes und genossen ein wenig die Kühle und Stille. Fern von dem Trubel spürt man dann auch eher den „Genius Loci“, den Geist der Ortes. Die Reliefs und Fresken an den Wänden erzählen von Göttern und Geistern, Kriegern und Wächtern, Dämonen und Tänzern, Garudas und Hanumans, Symbolen, Zeichen, Diagrammen… Was mich besonders bezaubert hat ist das Licht. Der Graue Stein im Alter geschwärzt, das Moos das seine grünen Reflexe mitmischt und das blaue Himmelslicht mal gelblicher, mal bläulicher färbt. Die starken Kontraste! Aus völliger Dunkelheit und Schwärze kommt man in einen lichtdurchfluteten Hof, man wandert einen Gang entlang dessen eine Seite zwar komplett offen ist aber das Licht durch hübsch verzierte Steinstäbe rhythmisch und konstant unterbrochen wird und so ein zauberhaftes Spiel aus Licht und Schatten entsteht. Licht und Schatten. Farbreste an den Säulen und Wänden lassen einen das frühere Erscheinungsbild erahnen. Keine Wand war wohl unverziert geblieben, alles war geschmückt und gefärbt und gefeiert! Imposant! Hohe, heute bemooste Wände die in Spitzbögen enden, verzierte Türrahmen, Fensterrahmen, geschwungene, geschmückte Dächer: All das aus einem einzigen Material. Alles Stein. Kunstvoll. Wiederholungen, Staffelungen. Man könnte meinen dieses Gebäude sei eine Skulptur. Eine wunderschöne Skulptur!Kambodscha (369 von 1325)

Kambodscha (356 von 1325)

kambodscha_(191_von_1325)Eines der ungewöhnlichsten Objekte in Angkor Wat scheinen aber ein mit Lennonbrille und im Karateanzug gekleideter tätowierter Europäer und seine Dreadlock-Fotografin gewesen zu sein. Von uns wurden so viele Fotos gemacht dass wir im Grunde auch hätten Eintritt nehmen sollen. Irgendwann war uns das leider zu stressig und wir hatten zu wenig Zeit um noch länger da zu bleiben, so gingen wir zurück zu unserem TukTuk-Fahrer der uns zu der nächsten Anlage fuhr. Die Sumpflandschaft um uns herum war magisch, das grüne Licht von oben und unten, die Zikkaden, die Affen die durch die Bäume springen oder am Straßenrand sitzen, Lotusblumen im Wasser, riesige Schmetterlinge, Steinskulpturen, unter uns knarzende Holzbrücken, fein geschmückte Elefanten mit ihren Mahouts, rote Erde, Wasser das aus Himmel und Wolken zu bestehen scheint, spiegelglatt, von Farnen und Lotus und Lilien umrahmt. Die Ruine eines weiteren Tempels spiegelt sich mystisch im Wasser während wir unseren Fahrer ausfragen und bitten uns in die Khmerküche einzuweisen. Er fährt uns zu einem Restaurant in der Tempelanlage und wir laden ihn ein mit uns zu essen.

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Kambodscha (466 von 1325) Er erklärt uns das er positiv überrascht ist, da wir die ersten Gäste seien die ihm Wasser und Cola kaufen und zum Essen einladen, und er arbeitet schon jahrelang als Tuktuk-Fahrer. Ich frage ihn nach seiner Geschichte, nach seiner Familie, seinen Eltern und seinem Job und wir erfahren leider viele sehr unschöne Dinge. Seine Eltern wurden Opfer der Roten Khmer in den 70er Jahren und gehören zu den schätzungsweise 30% der Bevölkerung die unter der Herrschaft von Pol Pot massakriert wurden. Später erfuhren wir das er als Waisenkind anschließend in einem Kloster aufgewachsen sei, zum Mönch wurde und  er daher so gut englisch sprach. Als er seine Frau kennengelernt hat verließ er das Kloster, heiratete und zog mit ihr ins Haus Ihrer Eltern. Sie haben zwei Kinder, ein 6 Jahre altes Mädchen und einen vier Jahre alten Jungen. Auf meine Frage nach der Schulbildung in Kambodscha und speziell seiner Kinder erzählte er uns dass es zwar keine Schulpflicht gäbe, er aber nichts lieber täte als seinen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Dies kostet aber ca 30 $ pro Monat und Kind. Er erzählte uns fröhlich dass, wenn er täglich soundso viele Stunden arbeitet, er und seine Frau besonders sparsam sind und es keine Krankheiten oder anderweitigen Schwierigkeiten gibt, kann er seiner ältesten Tochter wohl ein paar Monate Schulbildung bezahlen. Ansonsten versuche er Ihnen so viel es geht selbst beizubringen. Das Essen ist köstlich. Ich erinnere mich an Bilder die  ich in Dokumentationen über Kambodscha gesehen habe, an die unmenschlichen, brutalen, perversen Tötungsmethoden mit denen die Roten Khmer vorgegangen sind und trinke dabei kühles Bier und esse Reis mit Hühnchen, Chili, Kokos und Limette. Ich habe Szenen in meinem Kopf in denen Kleinkinder bei den Haaren gepackt und gegen Baumstämme geschleudert werden, alle zwei Sekunden ein neues, eins nach dem anderen, und blickte dabei auf das Strahlende Gesicht unseres Tuktuk-Fahrers wie er sich hundert Mal für das Essen bedankt und wir ihn überzeugen müssen ein Bier mit uns zu trinken obwohl er arbeitet und fahren muss, während um uns die Zikkaden surren, Kinder im Sand malen, in Kambodscha, in Angkor Wat. Extrem. Polarisierende Situation. kambodscha_(513_von_1325)

kambodscha_(550_von_1325)Er bedankt sich wieder für das Essen und unsere Freundlichkeit. Wir finden es traurig dass es für andere Touristen nicht selbstverständlich ist einen Mann der einen den ganzen Tag bei 45°durch die Gegend fährt und führt nicht wenigstens etwas Wasser zu kaufen. Unser Fahrer fährt uns durch das Geistertor mit in Stein gehauenen Gesichtern, über eine alte Holzbrücke zu einer Ruine auf der atemberaubende und geradezu groteske Bäume wachsen. Kann man das irgendwie beschreiben??? Ich denke nicht, da müssen ein paar Bilder her:-) Mein Meister zieht für ein kleines Shooting an diesem Fabelhaften Ort seinen Kung Fu Anzug an und läuft „meinen“ Beijing Quan während unser Fahrer und ich fleißig Fotos machen. Es ist schon eine bemerkenswerte und unwiderstehliche  Szene an den mächtigen Wurzeln dieser imposanten auf alten Ruinen wachsenden  Bäume einen großen Meister Kung Fu Modelle laufen zu sehen.Kambodscha (571 von 1325)

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Der eindrucksvollste Tempel war jener der aus dem Film Tomb Raider bekannt ist. Die Ruinen sind zwar noch weitesgehend erhalten und alleine schon wunderschön und atemberaubend, die Natur hat sich allerdings einen bedeutenden Teil des Ortes zurückerobert. Bizarre Szenen tun sich vor einem auf. Riesige Bäume mit mächtigen weitverstrickten Wurzeln wachsen, wuchern auf hartem, altem, roten Stein. Die Bäume umarmen, umschlingen, vereinnahmen grade zu die Reste der Gebäude. Ein zauberhaftes Spiel aus Licht und Schatten und ein eindrucksvoller Kampf zwischen Natur und Kultur ist zu beobachten. Das Licht ist mal rot vom Stein, mal grün vom Moos und den Blättern der Bäume, mal gelblich wenn sich beides vermischt, mal strahlend hell wo die Sonne durch das Blätterdach durchkommt, mal völlig abgedunkelt wenn man sich im inneren der Ruinen befindet. Bewachsende Reliefs, weiße Wurzeln, kunstvolle Stuckarbeiten, mächtige umschlingende Bäume, hohe Räume, grünes, sich überall ansetzendes Moos. Man spürt abwechseln die Kraft und Stärke der Natur und dann wieder die friedliche Einnahme. Ein wirklich zauberhafter, fabelhafter, märchenhafter Ort. Wenn ich Feen sehen würde, wäre ich überhaupt nicht überrascht, während ich traurig beobachte dass die meisten Touristen den Ort größtenteils nur abklappern und versuchen möglichst schnell zu dem weißen Baum am Türbogen zu kommen und sich wie Angelina Jolie im Film fotografieren zu lassen. Was steckt dahinter sich an solchen Orten Fotografieren zu lassen? Warum muss man selbst auf das Bild? Damit man einen Beweis hat dagewesen zu sein? Weil es nur darauf ankommen diesen Punkt auf einer Travel-to-do-Liste abzuarbeiten? Weil es eine Machtdemonstration ist? Man beherrscht diesen Ort indem man sich davor stellt und praktisch als Imperator ablichten lässt. Wenn es auf einem Foto um mich oder weitere Personen geht dann gehören diese Personen auf das Bild, wenn es um eine Landschaft, ein Gebäude, eine bestimmte Szene geht, dann muss da kein Mensch mit nem Peacezeichen in den Vordergrund a la „Ich war da“. Da ist dieser umwerfende, mächtige, erhabene Baum mit seinen schneeweißen netzartigen Wurzeln und umschließt dieses gemeißelte steinerne Tor in einer wirklich poetischen, lyrischen, märchenhaften Geste ,- und nun stellen sich reihenweise ignorante, egoistische Touristen respektlos davor, sehen gar nicht was da vor ihren Augen ist, nehmen diese Szene nicht mal richtig wahr sondern lassen sich einfach nur ablichten und ziehen wieder weiter. Ätzend sowas.Kambodscha (713 von 1325)

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Ich erlebte meinen Meister an diesem Ort sehr ergriffen und ich freute mich nicht die einzige zu sein die diesen Ort so intensiv erlebt und spürt. Wir wandern sachte und fast bedächtig und staunend die verwunschenen Ruinen entlang, machen uns gegenseitig auf Besonderheiten aufmerksam, auf einen anmutigen Baum, auf die Farbe der Steine, auf das Surren der Zikkaden, das Flirren der feuchten Luft, auf Räucherstäbchenduft dem wir dann folgen und einen eingestürzten Gang den wir dort vorfinden. Mein Meister zündet selbst welche an. Wir sind uns einig das dies der fabelhafteste, heiligste und unwirklichste Ort ist an dem wir bisher gewesen sind. Ein neuer Ort für ein Stück meiner Seele.kambodscha_(756_von_1325)

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Kambodscha (739 von 1325) Mit einem Gefühl von Zufriedenheit, Sattheit und Glück schlendern wir Richtung Ausgang zu unserem TukTuk-Fahrer und berichten Ihm von unserem unglaublichen Erlebnis. Er freut sich angesichts unserer Wertschätzung, wir kaufen uns allen noch etwas zu trinken und fahren wieder zurück zum Hotel da wir für zwei Uhr bereits von einem Taxi erwartet werden dass uns zurück zur Grenzen im Norden bringen soll. Wir haben während unserer Gespräche unseren TukTuk-Fahrer lieb gewonnen und er uns offenbar auch. Er war sehr offen und ehrlich zu uns, hat uns viel über seine Familie, sein Land und sein Leben dort erzählt und uns eingeladen ihn wieder zu besuchen wenn wir wieder in Kambodscha sind. Unser Abschied war lang. Mein Meister hat ihn ins Herz geschlossen, hat seine Nummer genommen und versprochen sich bald wieder zu sehen. Im Hotel angekommen wartete unser Taxi schon auf uns. Wir stiegen ein, versicherten uns nochmal das wir an die Grenze im Norden wollen was der Taxifahrer mit „Yes-Yes“ quittierte, und schliefen aufgrund unserer Müdigkeit und der vielen intensiven Erlebnissen praktisch sofort ein. Ungefähr eine Stunde später wachte ich von einem  seltsamen Gefühl geführt auf und guckte auf meinem Handy per GPS sicherheitshalber mal nach wie weit wir schon gekommen sind. Weit! Allerdings zur völlig falschen Grenze! Ich erinnerte mich noch mir mal gesagt zu haben einem „yes-yes“ niemals zu trauen, zeigte dem Fahrer mein Handy mit den GPS Daten und erklärte das er uns grade über eine Stunde zur falschen Grenze gefahren hat was er lächelnd mit einem „yes-yes“ quittierte. Mein Meister wachte auf und transformierte sich vom müden, zufriedenen, glücklichen Reisegefährten zur wütenden, kontrollierenden und gebietenden Kampfmaschine, darauf aus alle Hebel in Bewegung zu setzen um uns so schnell es geht zur richtigen Grenze zu bringen. Wir hatten glücklicherweise noch die Nummer von unserem wundervollen TukTuk-Fahrer der fabelhaftes englisch sprach und uns bei den Verhandlungen mit dem Taxifahrer helfen könnte. Es stellte sich heraus dass das Hotel offenbar falsch rumorganisiert hat und die Grenzen vertauschte. Unser Taxifahrer fährt aber explizit nur zu der grade angesteuerten und hat absolut keine Ahnung wie man zur anderen kommt. Zusätzlich macht er sich angesichts der Kampfmaschine neben mir sorgen für seine Fahrt und den teuren Sprit bezahlt zu werden, und unser TukTuk-Fahrer vermittelt gekonnt um uns nun wieder zurück ins Hotel zu fahren. Wir schaffen es gemeinsam den Taxifahrer zu beruhigen dass er sein Geld bekommt und uns zurückfahren soll. Er konnte nix dafür, das Hotel allerdings schon. Wir ebenso. Wir hätten einfach besser aufpassen und alles nochmal abchecken sollen. Is ja schließlich Kambodscha hier. Nach einer Stunde wieder am Hotel angekommen rufen wir nochmal unseren Freund an, bezahlen das Taxi, setzen uns erst mal in Ruhe in ein Cafe dem Hotel gegenüber und bestellen einen schönen Eiskaffee. Unser Tuktuk-Fahrer erreicht uns vor noch vor dem Kaffee, regelt alles mit dem Hotel, beruhigt uns und bietet uns an bei sich und seiner Familie zu übernachten. Er kümmert sich dann darum dass wir morgen früh von seinem Zuhause aus abgeholt und zur richtigen Grenze gefahren werden und wir sollen uns keine Sorgen mehr machen. Wir sind wahnsinnig dankbar für seine Hilfe, nehmen seine Einladung an und überlegen was wir der Familie als Gastgeschenk mitbringen könnten? Er ruft seine Frau an und gibt nur die Anweisung alles für unsere Ankunft vorzubereiten und ein Essen zu kochen, wir sollen uns wieder um nichts Gedanken machen. Dankbar, müde, neugierig, aufgeregt und sprachlos angesichts seiner selbstlosen Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit sitzen wir nun wieder um TukTuk, die Sonne ist untergegangen, wir fahren 26 km durch Dörfer und Landschaften  und denken uns: Jetzt werden wir bei einer Kambodschanischen Familie übernachten. Da hätten wir doch fast das Land verlassen ohne das Land überhaupt gesehen zu haben. Quentin Tarantino Feeling überkommt uns und wir fahren fast euphorisch und glücklich nach einem sehr intensiven Tag durch Kambodscha. In einem Tuk Tuk. Bei einem ehemaligen Mönch. Zu ihm Nachhause. Klar.

Er, seine wunderschöne zierliche Frau und seine beiden Kinder wohnen bei seinen Schwiegereltern, denn ein eigenes Haus kann sich die Familie nicht leisten. Seine Frau hat bereits das Elternschlafzimmer für uns hergerichtet und ein wunderbares Essen gezaubert. Wir hätten auch im Hauptzimmer mit allen anderen geschlafen aber das ließen sie nicht zu. Das Haus war sehr simpel. Betonboden, eine Hängematte, ein Fernseher, Leuchtstoffröhren. Es gab ein frisch geschlachtetes Hühnchen, Reis, Gemüse und einen fabelhaften Dipp den wir uns zu eigen gemacht haben. Rezept darf nur erraten werden heißt die Regel. Kaffe, Bier, alles was die Familie zu bieten hatte wurde für uns aufgetischt und wir wusste gar nicht wie wir uns jemals dafür erkenntlich zeigen könnten, waren gerührt, dankbar, angesichts dieser Herzlichkeit fast beschämt.Kambodscha (783 von 1325) Wir fragten weiter nach der Situation des Landes, der Familie, des Berufes als TukTuk-Fahrer und man erklärte uns dass das TukTuk nur gemietet ist. Die Firma berechnet Monatlich ca 50 US $ für die Nutzung, plus einem prozentualen Anteil an den Einkünften. Sie verlangt das Geld manchmal früher, manchmal später, sodass die Familie sich öfter Geld von den Nachbarn leihen muss um die Gebühr zu zahlen und ihre Lizenz nicht zu verlieren. Zudem muss das TukTuk jeden Abend wieder in der Zentrale abgegeben werden, und unser Freund muss zusehen wie er die 20 km zurück heim kommt. Wir fragten was es denn kosten würde so ein TukTuk zu kaufen um nicht auf die Firma angewiesen zu sein, und man erklärte uns es sei fast unmöglich so viel Geld anzusparen. Ein Neues koste um die 800 $, ein altes wie das welches der Fahrer zur Zeit fuhr, um die 300 $. Mein Meister und ich wechselten einen Blick und wussten beide wir würden dieser Familie ein TukTuk kaufen! Wir kratzen später unser Geld zusammen und beschlossen es ihnen kurz vor Abfahrt zu überreichen. Das Frühstück fiel wieder unüblich üppig aus, und es wurde bereits ein Fahrer für uns organisiert der uns zur Grenze bringen sollte wo unser Mietwagen auf uns wartete. Kurz vor unserer Abreise redeten wir mit der Familie, erklärten unseren Plan und übergaben ihnen das Geld mit der Perspektive dafür dieses TukTuk zu kaufen und mit dem gesparten Geld die Schulbildung der beiden Kinder zu finanzieren. Wie soll ich die Reaktion beschreiben??? Übersetzungen, Ablehnung, Annahme, Lachen, Tränen, Umarmungen, Lachen, Tränen, Übersetzungen, Fotos, Tränen…. Es gibt Dinge und Situationen da weigere ich mich es zu beschreiben, in Worte zu fassen, oder zu Fotografieren oder zu malen. Wir haben eine Familie in Kambodscha gefunden, einen Bruder dem wir helfen konnten, der uns nun jede Woche schreibt, Fotos schickt, von seinem neuen TukTuk, von seinen Kindern die in die Schule gehen, uns immer und immer wieder einlädt ihn wieder besuchen zu kommen, der uns ganz Kambodscha zeigen möchte, sich immer und immer wieder bedankt und nach uns fragt, wie es uns geht, wo wir sind, was wir tun, wann wir wieder kommen, der uns seinen Bruder und seine Schwester nennt.

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Kambodscha (781 von 1325)

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„Sei ein Segen für die Menschen in deiner Umgebung“

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zurück nach Bangkok

Wieder am Flughafen. Jetzt fällt mir wieder ein was eine Jacke ist. Die Klimaanlage kreiert arktische Temperaturen die in mir den Wunsch aufkommen lassen mich wieder zur sich draußen befindenden Raucherterrasse zu bewegen  auf der es  angenehm warm ist.  Hier sitzt ich nun im Gänseoutfit auf dem Boden in einer Ecke an der sich offenbar die einzige Steckdose im ganzen Flughafengebäude befindet. Notebook aufladen und die anderthalb Stunden bis zum Abflug nach Bangkok totschlagen. Die drei Wochen auf der Insel sind wahnsinnig schnell vorüber gegangen! Das Training kostete uns jede Menge Durchhaltevermögen. Neue Verletzungen gesellten sich Stunde um Stunde zu den alten, machten das Training Tag für Tag härter und die Ausfallquote höher. Knie und Schienbeine komplett blau, Knöchel angeknackst, Mittelfußknochen nach mehrmaligen Zusammenstößen mit des Gegners Ellenbogen irgendwie zermatscht. Irgendwann war ich es einfach leid mich ständig mit meinen Beinen zu beschäftigen, und müde sie vier Mal täglich unter Schmerzen zu massieren, zu salben, zu bewegen oder auch nur zu erklären was alles wehtut. Einzig der Wille und auch die Lust weiter zu trainieren halfen mir beim aufstehen. Egal ob von Bett, Boden oder Couch. Aufstehen. Ich will doch noch so viel lernen! Wenn man bereits humpelnd in den Ring steigt, in der Hoffnung dass durch ein Wunder während des Sparrings nix mehr weh tut, kann es unter Umständen dazu führen, dass man sich mehr darauf konzentriert bestimmte Bereiche des Körpers zu schützen als auf alles andere, und sich nur noch mehr verletzt. Konsequenterweise hat mich genau diese Haltung dann vor drei Tagen in den kausalen Zustand geführt meinen rechten Fuß erst mal gar nicht mehr belasten zu können und demnach nicht am regulären Training teilnehmen zu können. Als Ausgleich habe ich mir ein kleines selbstgebasteltes Alternativprogramm überlegt: 20 Liegestütze, 20 SitUp`s, 20 Kniebeugen, und das ganze 10 mal. Der nachfolgende Muskelkater bestätigte die Effektivität… Zum Nachmachen empfohlen! Geht überall!

Bangkok2 (1 von 400)Wieder in Bangkok. Und obwohl ich mir zunächst dachte ich würde meine kleine Insel allem anderen bevorzugen, bin ich doch wieder positiv überrascht und froh wieder hier zu sein. Eine fabelhafte Stadt! Durch die Rambuttri Street zu schlendern, sticky Rice mit Mango essen, eine sehr praktische leichte Wickelhose kaufen die an den Seiten offen ist wenn man möchte, mit den Händlern feilschen und an einem Dreadlockladen vorbeikommen und sich denken: Wie unpassend das doch für mich ist. Ich würde mich wie eine andere Person fühlen und die Menschen würden ganz anders auf mich reagieren! Und wenn ich der Dreadz überdrüssig wäre, müsste ich sie komplett abschneiden! Sehr unvernünftig. Also bin ich hingegangen und hab`s trotzdem gemacht. Ich war die ganze Zeit überrascht und aufgeregt über mich selbst und staunte aber auch mit welcher Präzision und Schnelligkeit die bis zu 5 Mädels an meinem Kopf rumhantierten und vier Stunden meine langen Haare in Dreadlocks verwandelten. Und zu meiner Überraschung fühlte ich mich hinterher genauso wie  vorher. Wie India Arie sang “ I´m not my hair“.

Bangkok2 (113 von 400)Ich mag die Symbolik meiner neuen Dreads: Mit einem konservativen System nicht einverstanden zu sein und ein sichtbares aber zurücknehmendes und friedliches Zeichen zu setzen. Nach 10 Jahren Düsseldorf bin ich Mango, Zara, und H&M Trieb satt. Aber noch satter bin ich der neuen „möchtergernindividuell-ich-bin-so-anders-aber-voll-der-Styler“ Mode, mit Ihren Bärten und Hüten und Retro und selbstgemacht und 80er und 90er und am Ende sehen sie alle Gleich aus. In Uniform vorm Toy-Kio, lässig Zigaretten rauchen und Detox-Tee  trinken und sich darüber unterhalten wie viel man auf der letzen Party im Attic getrunken hat. Ich beschreibe damit auch mich selbst. Ich war dabei. Und komme da vielleicht eines Tages wieder hin wenn mich Düsseldorf wieder hat und die Welt ihren Einfluss aufgrund von zu viel Komfort verliert. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht und ich bin über diese Form der Defizitfüllung hinaus. Denn nicht jedem Mann steht ein Bart, meine Freunde. Nein. Auch nicht wenn es Mode ist. ok, mal langsam….Ich mag Toy-Kio. Es ist sehr wichtig für Düsseldorf und gleicht ein wenig dass Spießbürgerliche aus. Und wir alle versuchen unseren Wunsch nach  Individualität und den in eine Bestimmte Gruppe der Gesellschaft dazu zu gehören in ein Gleichgewicht zu bringen. Man muss sich dessen nur bewusst sein.

Zurück nach Bangkok! Das Essen auf der Straße. Ich kann dem gar nicht genug Aufmerksamkeit und Begeisterung schenken! Vor allem da die Gerichte teilweise so wunderschön arrangiert werden und die Stimmung am Abend mit ihren dampfenden und rauchen Ständen und dem Duft nach gegrilltem Fleisch einfach unbeschreiblich ist und  einen mitreißt. Über mir die Schwärme von Elektrizitäts- und Telefonkabeln die jede Straße begleiten. Und dazwischen die Stände mit Blumenarrangements  die Glück und Schutz bringen oder für Buddha geopfert werden.Bangkok2 (9 von 400) Bangkok2 (18 von 400)

Bangkok2 (21 von 400) Es geht auf den durch den Film „Hangover 2“ berühmten Lebuatower, der eine wunderschöne, breite, sich förmlich ergießende Treppe auf der Spitzen haben soll mit einer schier fabelhaften Aussicht auf die Stadt! Jedoch gilt eine strickte Kleiderordnung und ich werde aufgrund meiner Flipflops nicht bis ganz nach oben gelassen. Meine Bekannte und ich fahren also nur auf die darunterliegende Poolterrasse, die ebenfalls schon wunderschön ist und in luxuriösem europäischem Design gestaltet wurde und trinken westliche Cocktails. Sie hatte „schönere“ Flipflops an, die offenbar in die Kleiderordnung passten und war demnach berechtigt auf die Treppenterrasse nach oben zu fahren und ein paar Fotos zu machen, während ich am Pool blieb und ein allein zu Abend essender Geschäftsmann seine Flasche feinsten Rotwein mit mir teilte während er zwei Tische weiter weg saß und bis auf drei Sätze Smalltalk tatsächlich mit diesem Arrangement vollkommen zufrieden war. Wie einfach, unkompliziert und freundlich.Bangkok2 (33 von 400)

Am nächsten Tag ging es zu einer kleinen Tour zur Brücke am Kwai. Aber ich habe keine Lust darüber zu schreiben. Die Fahrt mit dem Zug auf der Strecken bei deren Bau so viele Menschen gestorben sind war dementsprechend mit eher zwiegespaltenen Gefühlen verbunden. Die Landschaft aber war atemberaubend schön. Die Gerüche, der Klang wenn der Zug langsam über Holzbrücken in den Bergen tuckert, tief unten der Fluss, der Dschungel in diesen hineinwachsend, fremde Laute und lautes Zirpen und Summen. Ein unvergleichliches Gefühl.  Dann ging es zum Fluß hinunter. Dort warteten bambusflöße auf uns, halb im Wasser versunken. Ohne Motor und so nah am Wasser wie nur möglich trieben wir flußabwärts, die Beine im kühlen Naß, Bambuswald um uns herum und wieder diese zauberhafte fremde Geräuschkulisse.Bangkok2 (101 von 400) Bangkok2 (117 von 400) Bangkok2 (124 von 400) Ich bin überrascht wie friedlich und ruhig mich das stimmt. Ich dachte es würde eher langweilig werden. Bambusfloß, toll. Aber nein, es war tatsächlich toll! Wunderbar. Ich stelle fest: Ich liebe Bambus unter meinen Füßen so sehr wie Holz unter meinen Füßen. Wir treiben zu einem kleinen idyllischen Elefantencamp wo die großen anmutigen Tiere erst mal fröhlich abgeduscht werden und mit ihren Pflegern spielen. Das ist der richtige Ort auf einem Elefanten zureiten! Mein Mahout bedeutet mir mich auf den Hals des Elefanten zu setzen statt auf die Sitzkonstruktion auf seinem Rücken. Ich bin so glücklich und dankbar und froh meinem Elefanten so nahe sein zu dürfen. Es wackelt auf dem Hals auch weniger wie ich meiner Begleitung oben angesehen habe. Wir reiten so eine Zeitlang durch den Dschungel, einige andere Elefanten vor uns und genießen dieses einmalige Erlebnis und diese Eindrucksvolle Landschaft und Aussicht um uns herum. Mein Fant sieht glücklich aus. Er zieht den Rüssel hoch, flattert mit seinen großen Ohren, macht Elefantentypische Tut-Geräusche, nimmt dem uns begleitenden Mahout seinen Elefantenhaken und reicht ihn mir mit seinem Rüssel. Mir ist dieser Haken vorher nicht aufgefallen… Ich habe meinen Elefanten später gründlich nach irgendwelchen Verletzungen untersucht aber zum Glück keine gefunden. Es war ein gutes Camp.Bangkok2 (144 von 400)

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Bangkok2 (182 von 400)Es ging weiter zu einem ganz ganz absonderlichen Markt! Dieser Markt in Maeklong südlich von Bangkok verläuft AUF den Gleisen einer befahrenen Zugstrecke. Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Nüsse und wassonstnichtalles werden bis zu den Gleisen am Boden und in einer Art Schubladen zum Verkauf angeboten. Die Gasse ist von zurückziehbaren Dachplanen überdacht und absolut alles ist darauf ausgerichtet innerhalb von wenigen Sekunden, nämlich wenn man hört dass der Zug naht, zurückgezogen und für den Zug geräumt zu werden. Sobald dieser in dieser Gasse nur langsam fahrende Zug wider fort ist, klappen die Menschen ein Dach nach dem anderen wie Dominosteine wider zu, die Schubladen wieder auf, und alles geht seinem gewohnten Markttreiben weiter. Sieben Mal am Tag kann man dieses Szenario beobachten und ist so tatsächlich einmalig auf der Welt. Ich habs einfach verpeilt ein Video davon zu machen, ich war schlichtweg fasziniert von diesem Spektakel. Aber es gibt eh schon genug Filme darüber auf Youtube, einfach mal googeln.Bangkok2 (189 von 400)Bangkok2 (198 von 400) Bangkok2 (210 von 400) Bangkok2 (205 von 400)

Es ging weiter zu dem Ort der in meiner bisherigen Reisekarriere als der Ort mit dem Weltbesten Seafood wahre Berühmtheit erlangt hat. In meinem Kopf zumindest. Ein ganzes Dort auf Stelzen an einem Kanal in der Nähe des Meeres wo sich alles auf Booten abspielt. Blöderweise waren wir am Nachmittag da, und der eigentlich Markt auf den Booten ist natürlich morgens. Alle Häuser sind aus Holz, alle mit eignen Booten an ihrem eignen kleinen Pier, mit kleinen Treppen die zum Kanal unten führen. Zufriedene glückliche Menschen auf ihren Holzbänken vor den Holzwänden der Holzhütten sitzend.

Ein wundervoller friedlicher und glücklicher Gesichtausdruck
Ein wundervoller friedlicher und glücklicher Gesichtausdruck

Bangkok2 (320 von 400) Blau gefärbte riesige Gambas und Krabben, Langusten, Muscheln, und fangfrischer Fisch auf Kokosnussschalengrill. Frisches Obst, eigenartige Hundertschaften von Köstlichkeiten die alle von mir probiert wurden und pure Leidenschaft auslösten. Oktopusse und Sepien die überhaupt GAR nichts mi den gummiartigen Lederriemen zu tun haben die ich sonst kannte. Sie sind zart und weich und köstlich und haben eine Konsistent die einen eher an Fisch als an Gummi denken lässt. Bunt bemalte und verzierte Boote mit selbstgebauten bunt bemalten und verzierten Motoren. Spiegelungen im Wasser. Abendsonne taucht alles in Gold. Wir steigen in Boot, sitzen ganz vorne und fahren den Fluß entlang. Vorbei an Holzstelzenhäusern mit ihren Booten, bunten Laternen, dem Dschungel um uns herum, dem Geruch vom Meer, und dann, als es schon dunkel wird und das Boot seine Fahrt verlangsamt: Glühwürmchen! Hunderte blinkender Glühwürmchen die sich alle um eine bestimmte Art Baum zu tummeln scheinen. Mal ehrlich: Glühwürmchen sind doch echt einem Film entsprungen, oder? Sie sind das fluoreszierende Plankton der Überwasserwelt und eine Hommage an die Sterne. Kleine leuchtende Pünktchen, blinkende, glühende Feen. Zauberhaft! Und nun versuchen ein paar, wie mein Meister sagen würde, „Vollpfosten“ -Touristen dieses Szenario mit BLITZ zu fotografieren!!

blaue Gambas
blaue Gambas

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unfassbar leckeres Seafood!
unfassbar leckeres Seafood!

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Ein Leopard kreuzte unseren Weg zur Brücke. Allerdings zahm.
Ein Leopard kreuzte unseren Weg zur Brücke. Allerdings zahm.

 

Koh Yao Noi

Koh Yao Nui

Mit dem Motorradtaxi von Phuket zum Pier. 30 Min später, nachdem wir einigen Affen ausweichen mussten, sitze ich schon auf einem der typischen Longtailboote und erblicke endlich zum ersten Mal wieder das Meer. Andaman Sea heisst es hier, zugehörig  zum Indische Ozean. Aus dem Meer ragen kegelförmige und unförmige Felsen, komplett grün bewachsen, mit malerischen Stränden zu ihren Füßen. Voller Vorfreude plane ich mit einem Boot diese Naturwunder zu besichtigen während das Boot laut ratternd über die, wie meine Schwester es ausgedrückt hat, „Wasserschaft“ brettert. Das Wasser hat Farbe. Je nach Tiefe und Untergrund ist es türkis, grün, blau, klar, tiefblau, dunkelgrün oder fast schwarz. Die entfernten Inseln und Felsen verlieren sich wiederum nach Entfernung in fahlen Blau-Grautönen. Ich könnte malen. Das Gesicht zur Sonne, den Wind und das Wasser auf der Haut, auf zu neuen Ufern! Von Mangroven begleitet landen wir am Pier von Koh Yao Noi, empfangen von Taxifahrern die mich lächelnd nach meinem Ziel fragen. Mein Ziel ist die hiesige Muay-Thai Schule was mit erhobenen Daumen und einem noch breiteren Grinsen quittiert wird. Ich brauche nicht zuletzt deswegen nicht um den Preis der Fahrt zu feilschen. Da diese Insel eh nur über eine Straße verfügt, werden einfach so viele Gäste wie möglich auf die mit Sitzbänken ausgestattete Ladefläche sortiert. Ich unterhalte mich, und werde 5 min später auch schon bei der Kampfschule raus gelassen. Klein ist diese Insel. Mein Kumpel liegt zerstört auf der Couch als ich ankomme und wir uns nach zwei Monaten begrüßen. Ich quartiere mich für die nächsten zwei Wochen im „shared house“ ein, eine typische Holzhütte, auf Stelzen mit großzügiger Veranda, einer zum  Dschungel offenen Küche im hinteren Teil des Hauses und vier Schlafzimmern. Stimmung kommt auf. Mein Zimmer ist für mich einfach grade wunderschön. Alles aus Holz, großes Bett, verdammt harte Matratze, zwei Ventilatoren und das allerallerallerwichtigste: Moskitonetz! Anderenfalls wäre ich das Inselmückenbuffet. Der Dschungel rund um die Hütte besteht aus Kautschukbäumen die durch kleine Hähne auf arbeitshöhe angezapft werden. Der Latexsaft wird in direkt angebundenen Schüsseln gesammelt und hin und wieder geerntet. Unter den bis zu 30m hohen Bäumen wachsen Ananas, dazwischen Kokospalmen. Ich trete auf die hintere Veranda in die Küche, gucke ins Grüne, lausche dem tausendfachen Fiepen, Zirpen, Kreischen, Singen und Rascheln der Tierwelt um mich herum und genieße dieses magische grüne Zwielicht. Holz unter meinen Füßen.

Mein erstes Training fängt in zwei Stunden an, bis dahin fahre ich mit nem Roller die EINE Straße zur „City“. Ein 7/11 (seven eleven, Supermarkt), ein Geldautomat, eine Apotheke, einige Läden, Essensstände. In 10 min ist man zu Fuß durch. Mein Kumpel hebt für mich Geld ab für die nächsten paar Wochen, wir kaufen überlebenswichtigen Instantkaffee, Früchte und Wasser, Wasser, Wasser. Keine Touristen. Diese Insel ist so natürlich und rein thailändisch wie nur möglich. Keine europäischen Häuser, keine Reklame. Holzhütten auf Stelzen, selbstgebaute Longtailboote, frisch gegerbtes Leder das auf Holzbalken trocknet, Karren voller grade gesammelter Kokosnüsse, Fischteiche, Katzen, Hunde und Hühner, Blumen und Blüten, Kokospalmen, Kautschukbäume, gigantische Schmetterlinge, lächelnde Menschen. Ich liebe dieses Lächeln! Diese Insel ist genau richtig. Aber kommen wir doch zum Training. Ich lache mich jedes Mal schlapp wenn ich uns so Abends alle in unserem aus einem Holzdach und Fernseher bestehendem „Wohnzimmer“ betrachte: Wir sind komplett kaputt, massieren unsere blauen Flecke und geschundenen Muskeln und mit heftiger Muay-Salbe, beklagen stolz körperliche schmerzvolle Befindlichkeiten,  stehen dann  höchstens noch einmal auf um uns um 9  Uhr abends bereits ins Bett zu verabschieden. Und man muss dazu sagen dass die Jungs mit denen ich hier trainiere keinesfalls typische Couchpotatos sind. Es sind Jungs die eigentlich seit Jahren auf irgendeinem Gebiet im Training sind. Einer hat Jahrelang Thaiboxing trainiert, einer Brasillian Jiu-Jitsu, zwei sind studierte englische Sportwissenschaftler, davon einer Personal Trainer in London, ein Pariser hat bereits in Thailand Wettkämpfe bestritten. Dennoch ist jeder völlig fertig nach dem Training und völlig überrascht von dessen Härte. Muay Thai KYN-86Ich bin durch meine Zeit bei meinem Meister ganz gut vorbreitet, war bei meinem ersten Training allerdings definitiv an meiner Grenze. Bei 38° im Schatten, das T-Shirt schon nach 10 min komplett tropfend vom Schweiß, wurde mir plötzlich kalt und schwindelig. Leicht zitternd und von Gänsehaut gepackt wurde ich nach meinen ersten 45 min auf die Bank und anschließend unter die warme Dusche geschickt. Wir duschen komplett mitsamt unseren Trainingsklamotten, es macht keinen Unterschied da die sowieso triefend nass sind (um das wirklich zu verstehen stelle man sich angezogen unter die Dusche, ein paar Minuten. Im Ernst: SO NASS), so spart man Zeit, Wasser und wäscht die Sachen gleich mit. Dann ziehen wir die aus, legen sie zum trocknen auf eine Liege und springen erst mal in den Pool. Eine Runde schwimmen, die Schwerelosigkeit spüren, entspannen, abkühlen, um dann in der Sonne sich bräunend und relaxend dem geschundenen Körper Ruhe bis zum nächsten Training zu gönnen. Morgens anderthalb bis zwei Stunden, nachmittags anderthalb bis zwei Stunden. Täglich, solange man nicht so verletzt ist dass das Training unmöglich ist. Unsere Trainer hier sind allesamt erfahrene und erfolgreiche Fighter deren Gürtel, Werbeplakate und Titel an den Wänden im Gym hängen. Sie legen sehr viel Wert auf Technik und ermahnen uns immer und immer wieder auf unsere Balance, unsere Distanz, unsere Schritte, unsere Haltung, unsere Reaktion, unsere Abwehr und unseren Schwung zu achten. Kapierst du es nicht, zeigt dir dein Trainer was im Kampf passieren würde und gibt dir nen Kinnhaken. Also mir jedenfalls:) BÄM, voll auf`s Maul. Ich habs verstanden. Habe gelernt. Deckung.

Muay Thai KYN-11 Muay Thai KYN-25 Ich bin die einzige Frau, kämpfe also nur gegen Typen die größer, schwerer und stärker sind als ich und versuche das durch Taktik und Technik auszugleichen. Nach einer Sparringrunde bin ich so fertig dass ich meine Arme nicht mehr hochhalten kann und bin dennoch erleichtert über die aus Liegestützen und Kniebeugen bestehende Pause. Ein Glück dass wir so viel Wasser während des Trainings trinken müssen, denn wenn man etwas langsamer trinkt gibt  es einem wenigstens ein paar Sekunden zum Ausruhen. Schienbeinschoner anziehen, Boxhandschuhe anziehen, gegen den Trainer versuchen anzukommen, der sich nur einen ablacht, tänzelnd und lächelnd jede Bewegung prüft, animiert härter zu treten, schneller zu reagieren, den Schritt vor jeder Attacke nicht zu vergessen, die Hüfte mitgehen zu lassen, das Kinn unten zu halten, die Haltung zu prüfen, die Balance zu prüfen, zu Blocken, nach einem Block direkt anzugreifen, zu koordinieren, zu atmen. Kapierst du es nicht, kriegst du eine. Nicht fest. Die spielen praktisch nur mit uns, wollen das wir lernen. Wollen dass das Gelernte ins Körpergedächnis übergeht, denn nur dann kannst du dich auf deinen Gegner konzentrieren und nicht auf deine Technik. So hart das auch klingt, so sehr man sich fragt wieso man sich das eigentlich antut, so gut es einem! Wieder durchgestanden. Gut taktiert, gut geblockt, Treffer erzielt, durchgehalten, Fortschritte gemacht, sich selbst überwunden, gelernt. Die wunden Knie und blauen Schienbeine pflegt man nach dem Training. Das sind Trophäen überstandener Schmerzen, guter Blocks, oder Male schlecht gewählten Distanz. Muay Thai KYN-8Nach drei Einheiten hab ich auch keine Gänsehaut mehr bekommen. Der Muskelkater bleibt allerdings konstant. Der Körper reagiert seltsam. Mal beobachte ich Fortschritte in meiner Dehnung und Ausdauer, mal fühle ich mich Monate zurückgestuft und komme mir vor wie einbetoniert, schaffe keine 30 Liegestütze, mache Fehler, tue mir selbst mehr weh als meine Gegner. Ich tape meine Handgelenke, versuche mich gut aufzuwärmen und zu dehnen, schnell zu lernen, ruhig zu bleiben und zu atmen. Wenigstens muss ich nicht mehr um 10 ins Bett:-)Muay Thai KYN-19Nach dem Training und dem Pool lassen wir uns von den fabelhaft kochenden Köchinnen mit frischem Thaigemüse, Currys, Smoothies und Salaten verwöhnen. Dann geht`s zu dritt auf einem Roller zur „City“ um zu gucken ob die hiesige Apotheke unseren Nachschub an Muay-Salbe endlich wieder decken kann, damit wir auch morgen noch kraftvoll zuschlagen können.

Ich wundere mich jeden Morgen dass ich bei dem Lärm der Dschungelparty draußen, zu der Menschen leider nicht eingeladen sind, überhaupt schlafen konnte. Kröten, Frösche, Grillen, Zikaden, Gottweißwasalles stimmt in eine Kakophonie ein die ihres gleichen sucht! Am ersten Abend hatte ich, auf dem Weg zurück zu meiner Hütte, das Gefühl es würde im Wald irgendwo in einer Höhle eine heftige Religiöse Seance stattfinden bei der ein Haufen Mönchen vor- und zurückwippend ommmmende und summmmende Laute von sich geben. Einen Herzen essenden Priester, Fackeln und Jungfrauenopfer wie bei Indiana Jones hab ich vermutet. Aber nö, es waren Frösche. Wieder was gelernt. Abgefahrene Insel! Heute habe ich von getrüffelten Spaghetti geträumt. Ich mein, ich liebe das Thaifood hier, wirklich, es ist toll, frisch und fröhlich und glücklichmachend, aber…. mein Traum war echt geil:)

Samstag Abend, mit der Aussicht auf den trainingsfreien Sonntag, versorgten wir uns mit allen hiesigen Spirituosen die die Insel zur Verfügung stellt, frei nach dem Motto: „Mit genug Red Bull kann man alles trinken“, und krochen in den Pool. Anhand der Fotos konnten wir am nächsten Tag feststellen dass wir offenbar viel Spaß hatten! Die Trainer entpuppten sich als Freizeitmusiker. Auf Bongos, Töpfen und Bambus trommelnd und von einer Gitarre, …. wie soll ich das beschreiben? -gestört?, sangen und jaulen sie um die Wetter. Nicht schön, nein, ganz und gar nicht, aber spaßig und witzig, ausgelassen und laut! Ich hab ein Video gemacht, aber das will echt keiner sehen. Wir haben es nach 6 sek  ausgemacht, im nüchternen Zustand ist das nicht zu ertragen:-) Wir sangen, spielten, trommelten, tanzten und tranken auf der Veranda eines unserer Trainer. Gigantisch.Party&Paradise-81

Am nächsten Tag gab`s Boot und Bootsmann zum Frühstück. Gerüchten zufolge soll es ja in dieser Gegend noch geilere Traumstrände als die auf unserer kleinen Insel. Hin. Die Spannung stieg mit jedem Knoten und Kilometer den wir auf dem Holzboot zurücklegten. Das Boot wurde vor einem aus dem Wasser ragenden wild bewuchernden Felsen langsamer, glitt um diesen herum und öffnete den Blick auf die paradiesische Bucht. Die vier Jungs und ich standen mit offenen Mündern und staunenden Augen auf und konnten es nicht fassen. Kristallklares türkises Wasser unterm Kiel, an den Seiten hoch aufragende unterspülte und oben bewachsende Felsen öffneten sich vor unseren Augen zu einem paradiesischen weißen Strand, geschmückt mit Palmen, von Schaukeln behangenen Bäumen und im Hintergrund dunklen mystischen Höhlen. Sprachlosigkeit. Das schönste was ich je bisher gesehen habe, was ich mir überhaupt vorstellen konnte empfing uns mit felsenen Armen.

Was soll ich sagen…. wir gingen an Land, beglückwünschten uns. Setzen uns auf einen am Strand liegenden Baumstamm und schwiegen gemeinsam dem anmutigen Anblick Ehrfurcht zollend. Geschraubter kann ich es nicht ausdrücken, aber ich würde wenn ich könnte. Ich würde am liebsten nen Poesiekurs belegen nur um diesen Anblick gebührend zu feiern. Der Baum über uns war mit kleinen hellgrünen Blättern das Sonnenlicht filternd bemost, an seinem Arm eine Schaukel, an der ich im Euphorieschub lachend Drehwürmer sammelte. Ich könnte platzen vor Glück, gluckste wie ein gekitzeltes Kind bis mir die Tränen kamen.  Ein neuer Platz für meine Seele. Ein heiliger Ort. Ich bete dass ich diesen Moment nie verliere, und dass ich genug Demut, Dankbarkeit und Empfindsamkeit bewahren kann um meine Wertschätzung festzuhalten. Mein Herz ist so voll. Auch hier gilt, so schön ich die Bilder auch finde, pfeifft drauf. Ticket. Es gibt Stufen zwischen Ansehen, Hinsehen, Sehen und Erleben.

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Das war noch nicht alles. Wir schwammen, wir schnorchelten, wir schaukelten, wir aßen, wir tranken, fotografierten, bestaunten und genossen die Bucht und kletterten wieder aufs Boot um zum nächsten Spot zu tuckern. Abenteuerlustig und erwartungsfroh, abgekühlt und genährt, narkotisiert von den Eindrücken blickten wir auf einen kleinen schmalen weißen Strand zu Füßen einer weiteren felsigen bewachsenen Insel. Doch unser Bootsmann steuerte nicht auf diesen Strand zu, sondern mitten auf die Felsen. Langsam begriffen wir dass es sich hierbei um zwei Felswände handelt die eine schmales, enges hellgrünes Tor bildeten. Durch die Enge öffnet sich die Weite, es ist wie atmen. Das Boot wurde langsamer, der Motor leise wie wir. Leise und Hellgrün beschreibt diesen Ort, mystisch und ruhig, von Mangroven umspielt. Grün leuchtendes, klares, ruhiges Wasser und eine fremde, unbekannte, anregende Geräuschkulisse. Wir befinden uns in einem Auge. Rings um uns herum skurrile horizontal gemalte Felswände, nach ein bis zwei Metern von wildem Dschungel bewachsen, grün,  unter uns ein Smaragdspiegel, lebendig, Fische, es duftet nach Salzwasser und unbekannter Flora. Ich drehe mich langsam mit geöffnetem Mund, kann es nicht fassen. Denke nichts. Magie. Liebe. Reinheit. Ich fühle Regenbogen. Ein melodiöser Ort. Pause. Nicht weiter lesen. Warte einen Moment, dieser Ort verdient eine Schweigeminute.

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Durch das Felsportal atmet sich unser Boot an einer offenbar bewohnten Inselwand vorbei zu dem kleinen Strand den wir eingangs schon gesehen haben. Wir landen. Haha, ich komme mir grade etwas dämlich vor den nächsten Traumort beschreiben zu dürfen! Langer leicht gebogener weißer Strand, Palmen, das Meer, ein grüner hoch aufragende Berg, das Boot. Elegant. Perfekt. Paradiesisch. Leicht. Atmosphärisch. Die Farbe des Wassers. Der weiße Strand. Der Berg, das Boot! Niemand da außer uns. Das ist unser Strand. Unsere Fußspuren im Sand. Einer schlägt ein Rad. Einer findet einen großen Bambusstab und turnt daran rum. Einer liegt. Unser Bootsmann reicht uns eine frische geschnittene Ananas. Einer lässt das Tablett samt Ananas in den Sand fallen. Einer wäscht sie im Meer. Einer spült das Salzwasser mit Süßwasser ab. Berauschende süße Ananas essen wir mit den Füßen im Wasser. Mit dem Hintern an unserem Strand. Ich brauche nichts mehr. Ich habe Frieden und bin satt an Schönheit  und Reichtum. Ich fühle mich so reich! Bob Marley singt. Unser Bootsmann chillt in seiner Hängematte, raucht sich ne Kippe. Wer hat da Worte? Bacardifeeling. Schmetterlinge. Keine Zeit. Zeitlos.

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Party&Paradise-17 Irgendwann springen wir wieder auf unser schönes Holzboot und fahren weiter, brettern im Affentempo durch die Wellen, kommen zu einer weiteres kleinen Insel. Gibt`s das?! Wir haben sie wieder komplett für uns alleine, springen neugierig ins flache Wasser, tänzeln lachend zum weißen Strand und finden ein zauberhaftes, idyllisches ,von Korallen und Muscheln geschmücktes Plätzen im Schatten der Palmen und Bäume. An einem hängt eine feine einfach Schaukel, bedeckt von einem Bananenblatt. Geradezu andächtig  und auf Zehenspitzen, vorsichtig diese heilige, stille, malerische Szene durch meine Anwesenheit nicht zu stören, nähere ich mich, berühre die kunstvollen Windspiele die von dem Baum hängen. … Blablabla, man kann`s nicht fotografieren ,man kann`s nicht erklären oder beschreiben, und während ich es hier versuche komme ich mir albern und anmaßend vor. Ein Freund sitzt minutenlang nur da und guckt. Er blickt mich an und schüttelnd lächelnd den Kopf. Diese Geste. Diese Geste.

Das war ein Tag in meinem jetzigen Leben. Dafür habe ich alles verkauft, verschenkt und verlassen.

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Bangkok

Bangkok. Bangkok. Bangkok! Was für eine Stadt. Das Dreh- Angelkreuz zu Südostasien. Über 8 mio. Einwohner. Pulsierend, lebendig, aufregend, offen, bunt! Aus dem Flugzeug, durch den Flughafen, Lächeln empfangend, Lächeln schenkend, staune ich mich und meinen Rucksack zum Zug, fahre in die Stadt. Ich steige an der Endstation der Bahn vom Flughafen zur Stadt aus, habe keine Ahnung wo ich bin, weiß aber wo es lang geht. Kao San Road. Diese Straße, dieser Hotspot aller Backpacker, das Mekka für Traveller. Da will ich hin, mehr als diese drei Worte muss man in Bangkok erst mal nicht können. Der Taxifahrer ist nett, gibt mir die erste Lektion in Thai und zeigt mir ein paar Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren, gold erleuchtet an meinem ersten Abend in Thailand. Dann steig ich aus. Ich bleibe erst mal mitten auf der Straße stehen, und atme das trommelnde Treiben der turbulenten  Straße. Erst muss ich meinen Megarucksack loswerden, bevor ich mich in diesen Strudel stürze. Ich spreche ein Pärchen nach Feuer an und bekomme, wie es so als Backpacker ist, die ersten wichtigen Infos rund um Thailand, die KSR und die bekannten Verbrechen. Die zwei Australier mit ihrer wahnsinns Freundlichkeit und Offenheit stellen  sich mit als frisch verheiratetes Paar auf Ihrer Hochzeitsreise vor, er DJ, sie Lehrerin, beide erfahrene Reisende und begeisterte Bangkok-Verehrer empfehlen mir ein günstiges Guesthouse auf der Rambuttri Road, einer Seitenstraße der KSR, auf der es wesentlich entspannter ist. Sie laden mich nach Brisbane ein, was sich als sehr praktisch erweist, da ich mich im November genau dort mit meiner Schwester und meinem Schwager treffen werde um drei Wochen die Ostküste unsicher zu machen. Wir tauschen Facebook-, Email-, und WhatsApp-Daten aus, empfehlen und bedanken uns Gegenseitig für den spontanen und netten Kontakt und freuen uns demnächst diesen zu pflegen. Das lief ja wundervoll. Es fließt wieder. Ich bin keine 5 min in der Stadt und fühle mich geführt und geleitet. Ich zahle für das Zimmer mit Ventilator 8 € die Nacht, lade nur mein Gepäck ab, dusche und bin bereit für Bangkok. Die Straße bebt.20130621_230539_1 Es ist einfach unvergleichlich was auf einen zu kommt wenn man die Kao San betritt: Garküchen mit Honighähnchen, frische Früchte, geschält und geschnitten, in Plastiktüten für umgerechnet 50 Cent, Ladyboys, Backpacker, dicht an dicht zwischen Leuchtreklamen, T-shirtständen, Bars, Polizeiwagen, karamellisierten Skorpionen, laut, Musik wie überall, aber lauter, „Hi!“, „Hello“, „Wanna buy?“, „Good price for you!“, „Scorpions?!“ „Drivinglicence?!“ -Ja es werden Führerscheine verkauft. Deutsche, Englische, Australische, Amerikanische, Internationale, ISIC Studentenausweise, Presseausweise, Personalausweise, aber „No Photo!“ Bier, Whiskey, Wodka, Cola aus Kühlboxen und mit der Garantie dass nicht das verkauft wird was drauf steht. Wer das als Tourie nicht durchschaut, findet sich bald im Krankenhaus wieder, wie das australische Pärchen erzählt hat. Es gilt den schmalen Grat zwischen „für alles offen sein, Neues ausprobieren, Thailand erleben“ und „Vorsichtig sein, gesundes Misstrauen trainieren, Kritisch bewerten und cool bleiben“ ausfindig zu machen. Willkommen im Dschungel. Ich bin entspannt. Letztendlich gelten die Selben Gesetze wie in Kairo, Moskau, Casablanca und Co. Neu ist das Lächeln, das Klima, die Exotischen Details, das frische Thaifood auf der Straße, die Massagestände alle 10m , die Ladyboys, die stinkenden Durian-Früchte, die Plakate der ehrenvollen Königsfamilie, der getrocknete Fisch. Ich schlendere also ganz gemächlich durch die Masse an jungen, erwartungsfrohen, abenteuerlustigen Backpackern und lächelnden, entspannten, verkaufenden und kochenden Thais, esse ne Ananas, checke die Preise ab, und gönne mir erst mal eine gepflegte Thai-Fußmassage. Perfekt. Bei meinem Pad-Thai Abendessen belausche ich eine Gruppe von Engländern die das ganze hier irgendwie nicht so entspannt aufgenommen haben und erst mal völlig fertig sind:-) Ich liebe Bangkok! Die Stadt trommelt, die Menschen lächeln, was will man mehr?!

Am nächsten Tag gehe ich zwei Straßen weiter zur Fähre und fahre ein paar Kilometer weiter zum Königpalast und der angegliederten Tempelanlage Wat Phra Kaeo.  Irgendwas mit „Emerald Buddha“ lese ich, kaufe ein Ticket, ziehe mir meinen züchtigen Sarong über, da man Tempel nur mit bekleideten Knien besuchen darf, und gleite mit der Menge an Besuchern zum Eingangstor. Oh! Es war mir als seien gleich ein paar  weitere Sonnen aufgegangen: Gold. Bangkok-89Gold soweit das Auge reicht, die Glockenförmigen Kuppeln komplett vergoldet, goldene Mosaiksteine, funkelnde, spiegelnde, schimmernde, bunte, strahlende, glitzernde Steinchen, über und über in den wunderschönsten Mustern und Ornamenten angeordnet, symmetrisch, geometrisch, elliptisch, kubisch! Ich muss was trinken. Ornamente die in Versailles bestenfalls als Tapete an einer Wand kleben, sind hier dreidimensional in Gold und Spiegelchen gefasst! Meterweit, Himmelhoch!  In Gold, Blau, Rot und Weiß. Schmuckkästchenarchitektur!Bangkok-78Bangkok-84 Ich fühle mich wie mitten in einer Schatztruhe, weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken soll, staune über diesen Reichtum, diese Farben. Säule für Säule für Säule geschmückt mit Glück:) Vergesst diesmal einfach die Fotos, die sind ein Furz dagegen. Bucht einfach das nächste Ticket nach Bangkok, das muss man gesehen haben!  Ich hatte das nicht erwartet. Ich dachte ich guck mir einfach mal bisschen die Umgebung an:) Ätsch, sagt das Universum. DAS ist deine Umgebung, mach die Augen auf du Dummchen. Ich werde rot, lächle, senken meinen Kopf und bin einfach verliebt in den Boden auf dem ich stehe. Und dabei war ich nicht mal drin…. Ok. Ich erinnere mich  an den Namen „Emerald Buddha“, lerne dass er aus Jade ist. Ich schreib jetzt einfach GAR nix drüber. Ticket.  Ich für meinen Teil frage mich: WAS soll denn auf meiner Reise überhaupt noch schöneres kommen?? Bin ich nun fertig? Diesen Tempel in Bangkok sehen und wieder  fahren. Ja sag ich mir, fahre mit dem Taxi zum Flughafen und buche mein Ticken nach Hause in zwei Wochen.

Quatsch! 🙂 Aber wäre auch ein guter Abschluss gewesen:-) stattdessen nehme ich ein TukTuk  einige Ecken weiter zu einem weiteren Tempel und treffe mich dort mit einem Freund der witzigerweise grade auch in Bangkok ist. Die Größe der Welt, und so. In Düsseldorf läuft man sich seltener über den Weg! Wir gucken uns die Tempelanlage an, welche einen riesigen liegenden Buddha beherbergt, kaufen nen Haufen Klimpergeld, so verrückt sich das anhört, stellen uns in die Reihe um das gekaufte Klimpergeld wieder in eine Reihe von Schalen zu werfen. Wenn man schön sparsam war und bis zum Ende alle Schalen füllen konnte, darf man sich was wünschen. Oder kann man sich schon während der Prozedur etwas wünschen? Ich weiß es nicht, interessiert mich auch nicht, ich bin ja die die wunschlos glücklich ist, und mache das nur wegen den schönen Geräuschen und der meditativen Stimmung. Klimper, Klimper, Klimper, Klimper, Münze, Münze, Münze, Münze, Münze, Klimper, Münze, Klimper, Münze, Klimper, Münze, Klimper, Münze…. Aber keine Wünsche. Naja, außer einem, aber der erfüllt sich schon:-)Bangkok-67 Bangkok-68 Durch die Gänge spazieren, von Familie erzählen, Wasser trinken, Buddhas gucken, durch die Gänge spazieren, in den Himmel gucken,  von fremden Orten erzählen, unter einem Baum sitzen. Entspannt. Raus auf die Straße, zu einem Markt mit Massen an getrocknetem Fisch, im Schatten, zwischen Holzbaracken, unter Holzdecken, bei getrocknetem Fisch, Mückenbalm kaufen, Thaimassagebücher blättern, grünen Tee kaufen, trinken, spazieren, erzählen, Essenstände, lächelnde Menschen, zurücklächeln, auf Thai begrüßen, Garküchen, grüner Tee. Wir laufen weiter zu einem Blumenmarkt. Frauen setzen kleine weiße und gelbe Blüten zu kunstvollen Reihen, Schräußchen, Gestecken zusammen, sitzend, plaudernd. Frische Blumen in allen Farben und Formen, Orchideen, Tempelblumen, Bananenblätter, Duft! Kräuter! Wagenladungen voller grüner Sachen, alles frisch und bereit zum Weiterverkauf. Hart arbeitende Männer, riesige Säcke und Ballen, unter Holzdächern, in Holzhallen, im Schatten, im Zwielicht.Bangkok-57 Bangkok-56 Bangkok-50 Bangkok-55 Bangkok-52 Es regnet zwei Minuten. So mag ich`s. Ich denke an meine Familie, meine Schwestern und Brüder und meine großartigen Schwager. Ich liebe meine Familie! Ich schreibe ihnen. Ich bekomme zuckersüße Bilder von meinen Nichten und Neffen. Lieber Gott ich bin so dankbar! Wir suchen uns ein kleines Restaurant, essen fabelhaftes Thaifood, scharf, spicy, mit Zitronengrass, Thaibasilikum, Kräutern, Kokos und Erdnüssen. Mein Kumpel muss wieder fahren, ein paar Stunden bis zum anderen Ende der Stadt, ich gehe weiter durch die Straßen, vorbei an Ständen mit wundervollen handgearbeiteten Holzschnitzereien, Fächern. Ich komme wieder zu einem Pier, nehme das nächst beste Schiff und steige erst am Ende der Strecke aus. Ich entdecke einen Tempel mit singenden Mönchen und einer fetten Sau. Klar. Sie rennt  weg als ich sie fotografieren will. Die Mönche nicht.Bangkok-44 Bangkok-43 Grüner Tee und das nächste Schiff bringen mich wieder zum heimischen Pier, zurück in meine Straße wo ich einen Trip am nächsten Tag buche. Es geht nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs, uns bekannt als Siam, mit weiteren 6783589 Tempeln. Tagestour mit Essen und Guide in einer kleinen Gruppe von 7 Leuten für 10€. Ich habe überlegt ob ich mir stattdessen ein Motorrad  nehmen, im vorraussichtlichen Regen versuche die wichtigsten Tempel auf eigene Faust zu finden und meine Zeit dort damit verbringe zu googeln wo ich eigentlich bin, und bin zu dem Schluss gelangt dass ich die 10 € durchaus investieren könnte und einen auf bequemen Touri mache. Den Abend setze ich mich in eine Bar, trinken „ein“ Chang, plaudere mit Backpackern aus 5 verschiedenen Ländern, versuche nebenbei ein paar Fotos zu bearbeiten und beende meinen Tag mit einer Fußmassage. Morgen werde ich um 8 abgeholt. Ich verstehe so gut wie kein Wort von dem was der Guide versucht zu erzählen und googel trotzdem. Ayutthaya war ein ganzes riesiges Königreich mit der gleichnamigen Stadt als Zentrum, Weltstadt, reich, berühmt, mit Handelsbeziehungen auf der ganzen Welt, hunderten von Tempelanlagen und Palästen, schließlich im 18Jhd. von den Burmesen eingenommen und fast komplett zerstört.Bangkok-30 Bangkok-37  Ich denke ich habe an dem Tag eine Trilliarde Buddhas gesehen. Stehende Buddhas, sitzende Buddhas, schlafende Buddhas, Goldene Buddhas, steinernde Buddhas, kopflose Buddhas, große Buddhas, kleine Buddhas, Buddhas, Buddhas, Buddhas, Buddhas, Buddhas. Birken und Buddhas, zwei von denen ich echt genug hab soweit. Aber ich muss sagen, es war sehr eindrucksvoll die Ruinen dieser faszinierenden Kultur zu sehen. Ein ganz seltsames Gefühl hat sich bei mir eingestellt, dass ich noch nicht richtig begriffen habe.  Wie eine Erinnerung. Bangkok-42 Bangkok-41Ich habe eine Zigarette mit einem Mönch geraucht.  Das Feuerzeug konnte er mir aber nur auf einer Bank zuschieben, direkt geht nicht, sonst  müsste der Arme sich einer langwierigen und sicher sehr nervigen Säuberungszeremonie unterziehen. Rauchen geht aber. Orchideen wachsen überall auf Baumrinden. Ich habe eine Hängematte für 80 Cent gekauft. Ein riesiger Schmetterling hat sich auf meinen Finger gesetzt. Warum liegen Patronen als Opfergabe vor einem Buddha? Man begeht Tempel immer im Uhrzeigersinn. Wichtiges wird drei Mal umkreist. Ich habe heißes Wachs über soundsoviele Kerzen gegossen, wieder ohne mir etwas zu wünschen. Ich werde von Fremden freundlicher gegrüßt als in Deutschland von Freunden. Lächeln.Bangkok-36 Ich liebe Thailand. Ich liebe Elefanten. Ich kann Touristenshows nicht ausstehen. Da werden diese wunderschönen, eleganten, sanften, majestätischen Tiere dazu animiert zur Belustigung dämlicher Touristen bei nervtötender Technomusik erniedrigend mit dem Hintern zu wackeln und sich zum Affen zu machen. Mir wird schlecht. Ich geh da weg, zu denen die die Touristen „nur“ durch die Gegend kutschieren müssen, denn das gehört seit eh und je zum Stadtbild Ayutthayas. Elenfanten streicheln ist toll. Dieser Rüssel! Himmel! Schon mal so nen Rüssel gesehen?? Wahnsinn! Rau, haarig, frech, stark, schnell und unglaublich witzig sind die Dinger, besonders wenn sie einem am Kopf rumfummeln:-) Ich möchte mal einen glücklichen Elefanten irgendwo im Wasser spielen sehen. Ich könnte diese Tiere stundenlang beobachten. Viele lieber noch als Ruinen alter Tempelanlagen oder weitere Buddhas möchte ich glückliche, stolze, ehrenvoll behandelte Elefanten sehen. Da wird mir auf einmal wieder bewusst wo ich eigentlich bin. Mitten in Thailand, Asien, 9000 km von Zuhause entfernt, mit einem Elefanten schmusend, in der ehemaligen Hauptstadt eines vergangenen Königreiches, aus dem das heutige Königreich entstanden ist, seit vier Wochen unterwegs, von Moskau, über Sibirien und die Mongolei, aus Beijing angereist, auf dem Weg. Es fühlt sich sehr natürlich an, sehr richtig, genau richtig! Ich freue mich. Wieder ein Ort an dem ein Teil von mir bleiben kann. Bei dem kuschelnden Elefanten. Guter Ort.

Zu Thema verstörende Touristenattraktionen fällt mir noch der Tigertempel ein, den mir ein Backpacker empfohlen hat. Ich habe mich im Zuge meiner Recherche jedoch dringend dazu entschlossen diesen Zirkus zu meiden.  Ich brauche kein dämliches Foto mit einem vor sich hinvegetierenden, ruhiggestellten Tiger der sich lethargisch von 100000 ignoranten und rücksichtslosen Touristen fotografieren lässt. Ernsthaft jetzt! Überlegt euch bitte bitte zwei Mal, wenn ihr das nächste Mal in den Urlaub fliegt, ob der Hotelausflug den ihr für teures Geld bucht in irgendeiner Weise ekelhaften Profit aus schadvollen Umständen zieht! Augen auf.

Wieder in Bangkok angekommen gehe ich zu dem Büro das den Trip organisiert hat und buche meine Busfahrt nach Phuket. Fließenderweise hat sich nämlich rausgestellt dass ein Freund, den ich auf Bali kennengelernt habe und mit dem ich ein besonderes Haisichtungserlebniss bei einem Nachttauchgang teile, von meinem Kampfsportmonat inspiriert, eine Muay-Thai Schule auf einer süßen kleinen Insel im indischen Ozean zwischen Phuket und Krabi ausfindig gemacht hat und dort seit zwei Wochen trainiert. Was sagt man dazu?! Passt. Fließt. Mein Bus geht noch am selben Abend und ich bereite mich auf eine 18 stündige Reise nach Koy Yao Nui vor, checke aus und warte auf meinen Transfair. Wir werden gewarnt Wertsachen bei sich zu tragen und nicht im Gepäckfach im Bauch des Busses zu lassen. So werden mir also meine Kreditkarte und 50 € aus meiner Handtasche vor meinen Füßen während ich schlief gestohlen. Und aus meinem Rucksack im Gepäckfach meine geliebte Adidasjacke, die ich eigentlich nicht als Wertsache eingestuft hatte. Meine Mitreisenden beklagten komplett durchwühltes Gepäck, geknackte Schlösser und gestohlene Gegenstände. Wieder was gelernt. Teure Lektion. Dafür hab ich sehr gut geschlafen und bin mehr oder weniger erholt in Phuket angekommen.

Beijing

Guten Tag aus Beijing. Mein Bericht und eine Fotos kommen leider sehr verspätet da ich der Internetzensur Chinas unterlag. Kein Facebook, kein WordPress, und einige andere Seiten die ich spontan öffnen wollte, wurden leider auch zensiert. Das war sozusagen mein Einstand in China. In Kombination mit den letzten Stunden im Zug und einem tierischen Hunger war ich erst mal so richtig sauer. Wer mich kennt, weiß dass das maximal 7 min dauert und eigentlich nicht der Rede wert ist. Nach einer Dusche ging es erst mal raus in die Stadt! Ich muss ja zugeben dass ich mich schon mental etwas darauf vorbereitet habe in eine völlig überfüllte, stressige, dreckige, heiße, schwüle, versmogte, hektische Stadt zu platzen und darin völlig zu versinken. Umso überraschter war ich dann als  ich nach 5 min Spaziergang zum Restaurant feststellte: Krass. Breite saubere Straßen, entspannte dahinschlendernde elegante Chinesen, angenehmer Wind, imposante typisch chinesische Gebäude, relativ entspannter Verkehr! Also Kuta war um Meilen schlimmer!! Das Restaurant war wunderbar. Sehr cool, als mit Bambus verkleideter Tunnel mit vielen großen runden Drehtischen. Auf einem dieser Tische wurden unsere Zahlreichen Gerichte inclusive Peking-Ente serviert. Auch da war ich wieder sehr überrascht, weil diese Küche mit dem was wir von chinesischem Essen her kennen, nichts zu tun hat! Alles schmeckte ausgesprochen frisch, mit tollen Kräutern, frischem Koriander, einzigarten Aromen, scharf, salzig, knoblauchig, süß hier und da, würzig, Lemongrass, Ingwer, Pfeffer, Chillies, Nelken?? Das meiste an Gewürzen und Aromen kannte ich nicht! Dabei ist mir aufgefallen dass ich seit einpaar Wochen, bis auf die Nudelsuppen Im Zug, jeden Tag, jedes einzelne Gericht etwas völlig neues gegessen habe! Was für eine Vielfalt!!! Ich habe einfach auf der Straße alles probiert was ich gesehen habe, von tollen chinesischen Crepes mit Ei, Salat, Kräutern und einer scharfen Chillissauce, über gegarte Dumplings, chinesisches Gebäck dass meistens aus Blätterteig oder Mürbeteig besteht, Blätterteigröllchen mit Sahne, leicht gesüßtem Yoghurt den man vor Ort an dem jeweiligen Stand durch einen Strohhalm trinken muss, am Abend auf der Straße gegrillte Satespieße aus Lamm, Hähnchen, Seidenrauben, Rind, Skorpion, Mehlwürmern, und Schlange, sowas wie Sesamknäckebrot, karamellisierte Früchte, gegrillte Wurst, HotPot, Nudelsuppen aller Art, Frittierte Teigschlangen zum Frühstück, gebratene kleine Teigtaschen mit Fleisch oder Kräutern, Eiscreme aus Grünem Tee bis hin zu einer Heuschrecke. Phänomenal. Ich bin völlig begeistert davon was man hier alles essen kann und wie einzigartig alles schmeckt! Lediglich vor der Riesenspinne habe ich doch noch ziemlich Respekt. IMG-20130617-WA0000Das Vieh sieht einfach so krass aus. Gross, schwarz, mit nem fetten Hintern. Ich kann mir ja kaum vorstellen das in die Hand zu nehmen, geschweige denn zu essen. Aber dann denken ich mir immer wieder: Es ist lediglich angelernt dass ich das widerlich finde, es hat keinen wirklich logischen Grund. Ich muss diese Mauer einfach einstürzen lassen, sie macht an dieser Stelle meines Kopfes keinen Sinn. Sie steht da schon viel zu lange, und begrenzt meinen Weg. Wenn diese Spinne gut genug für die Menschen hier ist, wer bin ich dass ich sie verschmähen darf?! Ich werde heute Abend zum Nachtmarkt gehen und diese Spinne essen. Oder?? Also, ich bin schon sehr neugierig wie so ein Vieh wohl schmeckt. Wie es sich anfühlt. Und ich bin auch etwas gespannt wo meine Grenze ist. Also lebendig würde ich so was ganz sicher nicht essen! Aber frittiert… Ich mach ein Foto. …ich bin doch echt total bekloppt:-D Die anderen Skurilitäten waren nämlich echt halb so wild. Die Mehlwürmer zb hätten auch einfach kleine frittierte, knusprige Mininudeln sein können. Und die Seidenrauben haben sich etwas angefühlt wie Maronen, allerdings mit Schale. Die Skorpione haben irgendwie einfach nur frittiert geschmeckt, also knusprig und leicht Teigig innen. Die Schlange war etwas zäh… Aber alles in allem denke ich, würde ich keine dieser Dinge als irgendwie seltsam identifizieren, wüsste ich nicht was ich da esse. Es ist also lediglich die angelernte Vorstellung davon, dass etwas anders und potentiell eklig ist, die uns davor abhält solche Speisen als selbstverständlich und schmackhaft zu werten. Seltsamerweise gilt dies meist nur für sich bewegende Objekte, die Scheu vor neuen Früchten oder Gemüsesorten ist weit geringer.

Weiter durch die Straßen laufend beobachten wir tanzende Gruppen von Chinesen in den kleinen straßensäumenden Parks. Selbst zum deutschen Hit „Moskau,Moskau“ tanzen sie, synchron, gleichgeschaltet aber durchaus lustig und glücklich. Vor einer christlichen Kirche singt ein Chor. Männer tragen ihr Polohemd bauchfrei hochgekrempelt um ihren Wohlstandbauch zu präsentieren. Jemand holt lautstark den tiefsten Schnodder aus seinem Rachen und spuckt auf die Straße. Is normal hier. Stört mich nur wenn ich grade in einer schwachen Geistesverfassung bin, weil ich stundenland durch die Stadt gelaufen bin ,hunger habe, oder wie jetzt, erkältet bin. Dann nimmt mich das jedes Mal mit wenn ein Chinese neben mir laut furzt, rülpst, spuckt oder egoistisch drängelt. Sonnenschirme ohne Ende. Die bekommt man als etwas größerer Europäer auch gerne mehrmals täglich ins Auge gerammt wenn man nicht aufpasst. Die Chinesinnen mögen Blässe sehr gerne, es gilt als Schönheitsideal möglichst dünn und blass zu sein. Deswegen ist auch meistens Bleiche in den Gesichtscremes hier, und wenn man nicht aufpasst ist die teuer erarbeitete Bräune durch ein paar Mal eincremen wieder futsch. Man muss aufpassen dass man nicht überfahren wird, denn die Chinesen kümmern sich eigentlich gar nicht um Fußgänger, es gilt das Recht des Stärkeren, wer das größere Auto fährt hat Vorfahrt. Völlig egal was Ampeln oder Zebrastreifen oder teilweise sogar Verkehrspolizisten sagen. Winken bedeutet „Nein“ Es war ganz lustig als mir ein Militärmensch zum erste Mal freundlichen zugewinkt hat als ich in die U bahn wollte. Ich dachte, oh wie nett, habe diese Uniformierten ja ganz falsch eingeschätzt! Die sind ja locker und Nett! Nääää. Nix da! Nachdem ich zwei Meter auf den freundlich winkenden Militärmenschen zugelaufen bin, stürmte er schon los und wies mich lautstark die Treppe hoch. OK. Wieder was gelernt. Chinesen machen ungefähr genauso viele Fotos von mir wie ich von Ihnen. Sie versuchen es nur auf eine sehr unauffällige Art und Weise und tun so als ob sie z.B. eine Fassade hinter mir fotografieren würde, die völlig uninteressant ist . Oder sie stellen sich einfach ungefragt neben mich und lassen sich ablichten. Da ich sie auch gerne in ihrem täglichen Leben fotografiere und filme, ist es ein recht ausgeglichenes Verhältnis. Ich bin erkältet und schiebe mir ständig Tigerbalm in die Nase um atmen zu können.

Am Abend wollen wir endlich mal ordentlich zusammen feiern gehen und lassen uns die Adresse von DEM Club in Beijing aufschreiben, der Mixclub. Witzigerweise bekommt man eine Adresse immer auf vier  Arten notiert: Chinesisch in chinesischer Schrift, chinesisch in westlicher Schrift, die dazugehörige Lautschrift und der englische Name. Natürlich wurden wir vom Taxifahrer trotzdem ca. 3 Blocks weiter gefahren als gewollt. Der Club war super, riesig, vier Floors, zahlreiche Lounges und Bars, überall Schalen mit frischen Früchten und Eistee, Musik wie man sie wohl grade überall auf der Welt hört und haufenweise Chinesen, was mich irgendwie die ersten vier Tage täglich aufs Neue überrascht hat. Wir hatten ne Menge Spaß, haben bis früh morgens durchgetanzt und getrunken und wurden von Typen angebaggert die uns grade mal bis zur Schulter reichten. Ich, auf der Treppe vor dem Club sitzend, in 50cm sicherer Entfernung von einem bebrillten Einheimischen, von demselben in ein gebrochenes englisches Gespräch verwickelt. 40cm. Weitere Unterhaltungsversuche. 20cm. Unnötig zu sagen dass die Annäherungsversuche grade zu heimlich durchgeführt wurden! ich drehe mich um um mit meiner Freundin zu reden, da sitzt der Kerl schon wieder 10 cm näher! Plötzlich, wirklich bis zu meiner Schulter reichend, klammert es sich an mich und lässt nicht los! Völlig überrascht und versteift versuche ich mein Anhängsel wieder los zu werden und freue mich schon insgeheim drauf meine neu erworbenen Hapkidotechniken endlich anwenden zu dürfen, da lässt es los und grinst mich an. Aaaalter, schnell weg!:) Es ruft mir noch zu dass ich gut rieche. Ich denk mir: Himmel, Hilfe, ich könnt mir den in die Handtasche stecken! Ab zurück ins Hotel, morgen früh geht zur Chinesischen Mauer. Ich brauche mehr Tigerbalm.

Chinesische Mauer

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Wir fuhren ca 2-3 Stunden hin, Zeit spielt für mich nur bedingt eine Rolle. Nämlich die zum Nächsten Flug. Beijing hat 7 erhaltene Sektionen der Mauer, einige Restauriert, andere nicht, einige touristisch sehr erschlossen andere gesperrt oder unbetretbar. Dort angekommen stellten wir fest dass es sich um einen touristisch erschlossenen Bereich handelt. Es werden Perlenketten, Fächer, Drachenfiguren, Kommunistische T-Shirts und Mützen, Räucherstäbchen, Buddhas, Mauerstatuetten, Schirme, Wasser und Süßigkeiten verkauft. Wir nehmen die Seilbahn hoch zur Mauer und sind erst mal beeindruckt von der Aussicht, wie sich das Bauwerk durch die Landschaft rauf und runter schlängelt. Da wir gesehen haben dass es in einer Richtung einen unrestaurierten, von den Touristen weniger erschlossenen Abschnitt der Mauer gibt, laufen wir dort hoch. Der Puls geht die nächsten 20 min konstant auf 200 hoch, die Stufen sind hoch und unregelmäßig, die Luft ist stickig und heiß, die Sicht eher vernebelt oder besser gesagt versmogt, aber es fühlt sich unglaublich aufregend an auf diesem historischen Denkmal, diesem Wahnsinnsbauwerk zu laufen und sich vorzustellen wie die chinesische Bevölkerung 2000 Jahre an diesem vor der mongolischen Armee schützenden Bollwerk gearbeitet hat. Die Menschen damals waren dazu verpflichtet worden, jeder musste mithelfen, tausende und abertausende sind dabei gestorben und wurden zum Baumaterial, in die Mauer vergraben. Ein Massenfriedhof unfassbarer Dimension. Der dichte Wald um die Mauer besteht hauptsächlich aus Wallnussbäumen. Passend  irgendwie, wenn man sich die englische Übersetzung vor Augen hält:) Ich setze mich ab, laufe schneller und erreiche den unrestaurierten 600 Jahre alten Teil der sich völlig zugewachsen und zerbröselt vor mir dahinschlengelt. Ich setze mich auf die Mauerbegrenzung und genieße die unvergleichliche Aussicht. Ich sitze auf der chinesischen Mauer, 78 km von Beijing entfernt, 7000km von zuhause entfernt, seit zwei Wochen unterwegs, verbunden mit meinen Lieben, mit meiner Familie, meinen Freunden, meinen Vertrauten. Wunschlos glücklich. Was will man auch mehr? Ich treffe die anderen wieder, wir verbringen zeit dort, erzählen und von unseren Eindrücken, nehmen die Rutsche wieder runter und fahren zurück zum Hotel. Ich höre meine Oldschool-Hiphop-Musik, grinse vor mich hin, während die anderen, geplättet von der Feierei gestern Abend schlafen.

Ich ziehe in mein neues Hostel südlich der verbotenen Stadt um, 356inn, kann ich nur empfehlen! Es befindet sich in der „Altstadt“ den Hutongs und sieht kurioserweise genauso aus wie man sich China vorstellt. Kleine Gassen, ein bis zweistöckige typische Häuser aus grauem Stein, kunstvoll verziert, Rikschas, Fahrräder, Essensstände, haufenweise Chinesen, immer noch! Es hört gar nicht mehr auf:) Die Atmosphäre ist einfach einmalig, willkommen in Beijing sag ich mir, laufe durch die Straßen und Gassen, schieße Fotos, beobachte die Menschen, esse was ich noch nicht probiert habe, werde fotografiert, fotografiere…. Es kommt mir doch so vor als sei ich erst ne Woche weg.zu Fuß durch die Stadt laufen, das ist wirklich heftig. Bin eines Tages brav um sechs aufgestanden und Richtung Norden zur Verbotenen Stadt gelaufen, die allerdings noch geschlossen hatte. Durch den seitlich gelegenen Zhongshan-Park bin ich bis zum nördlich der verbotenen Stadt gelegenen Jingshan Park gelaufen, dort nach oben zum Buddhatempel und die wundervolle Aussicht genossen. Die Kinderspielplätze sind rigoros von Thai-chi-praktizierenden und sich über die Maßen dehnenden Senioren besetzt. Überall strecken sie ihre Beine hoch, klappen senkrecht zusammen um im Stand mit der Stirn ihre Knie zu berühren, sitzen im Spagat auf Bänken und diskutieren einzelne Fußstellungen des Thai-Chi.CHina_Beijing 2013 (231 von 400) CHina_Beijing 2013 (234 von 400) CHina_Beijing 2013 (235 von 400) Phänomenal das anzusehen, vor allem wenn man bedenkt das unsere Senioren zumeist nicht mal mehr richtig gehen können. Man lernt: es geht auch anders. erinnere dich in 40 Jahren nochmal daran Marcela! Für mich geht es weiter zum Belhaj-Park, mit einer wunderschönen Pagode auf einer Insel mitten im See, kunstvollen Gärten und Steinwegen. Um 12 Uhr bin ich dann wieder zurück zur verbotenen Stadt gelaufen, die dann aber schon wegen Überfüllung geschlossen hatte. Ich könnt…. naja. Weiter geht es zum Tiananmen-Platz. Dort bekomme ich allerdings jedes Mal Bauchschmerzen, wenn ich bedenke dass es keine 25 Jahre her ist das dort die Demokratiebewegung mit 2700 Toten ihr Ende fand, das heute einfach von der chinesischen Regierung verleugnet wird und stattdessen riesige Screens Werbefilme vom heilen China spielen, während Militärtrupps marschieren!! Seit dem gibt es keine Aufstände mehr. Keiner widerspricht. Alles toll hier. Und „winkende“ Polizisten…

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Durch die Stadt zu laufen hab ich nach 7 Stunden aber nun echt satt. Es ist einfach zu heiß, zu stickig, alles ist zu weit entfernt und man muss jedes Mal irgendwelche Unterführungen und Brücken als Fußgänger nehmen, die auch schon mal völlig willkürlich gesperrt werden und man zig Meter Umweg auf sich nehmen muss. Ich entschließe mich also ein Fahrrad zu mieten und, siehe da: Fahrradfahren in China ist wie Reiten in der Mongolei! Das passt einfach. CHina_Beijing 2013 (321 von 400)Der Fahrtwind tut gut, der asiatische  Verkehrs liegt mir, ich finde mich prima zurecht, brauche pro Tag vielleicht nur zwei Mal auf mein Handy wegen GPS zu gucken, ansonsten lasse ich einfach alles auf mich zukommen und stelle fest: Easy! Ich komme durch die unterschiedlichsten Viertel, von schicken großen eleganten Hotels und Malls, Restaurants und Geschäften, hin zu kleinen Gasen und Hutongs wo die Menschen draußen grillen und Karten spielen, über imposante Geschäftsviertel mit glänzenden Hochhäusern, dem CN-Tower, an Märkten, an Parks, Tempeln und Gärten, bis hin zum Olympischen Stadion, dem botanischen Garten, dem Ausstellungsort für Agrarkultur, und und und. Top. Radfahren. Nur zu empfehlen! Mein erster Ausflug ging zum Himmelstempel, und nach und nach hatte ich die Verbotene Stadt, einige Parks, den Konfuzius-Tempel, den Lama-Tempel, die Geisterstraße, den Nachtmarkt, das olympische Gelände und den 22km entfernten Sommerpalast angesteuert und besichtigt und bin somit echt durch die halbe Stadt gefahren. So langsam hab ich die chinesische Architektur auch kapiert und erkannte alles Mögliche wieder, symmetrisch geometrische Grundrisse, Betonung der horizontalen, die typisch dynamisch geschwungenen Dächer mit kunstvollen Abschlüssen und Firsten, den die Ecken bewachenden Drachen, die Ausrichtung mit dem Eingang nach Süden, der bunte Lack in hellblau, mittelblau, hellgrün, mittelgrün, rot und gelb der auch zum Schutz des Holzes aufgetragen wurde, die Zimmermannskunst die es ermöglicht mehrstöckige kunstvoll verzierte Pagoden und Tempel ohne auch nur einen Nagel zu bauen!  Nichts ist ohne Grund oder Bedeutung aufgemalt oder eingetragen, alles hat seinen Sinn, seine Geschichte, seine Berechtigung, ist ein Symbol oder ein Zeichen mit einer genau definierten Bedeutung. Und nichts bleibt ungeschmückt oder wird als selbstverständlich nur seiner Funktion überlassen. Alles hat präzise geometrische Proportionen und ist ein vielfaches oder ein grader Bruch eines Ganzen, und klingt somit wie Musik. Architektur und Melodie. Die Gärten wiederum werden nach einem fast gänzlich gegenteiligen Konzept entwickelt und sollen so geschwungen und organoid wie möglich erscheinen. Unerwartete Biegungen in den natürlich, locker gepflasterten Steinwegen, hier eine Weide die den Blick erst nach und nach auf einen Lotusteich freigibt, dem man zu einer geschmeidig gewölbten Brücken folgen kann um zu einer leicht erhöhen Pagode zu gelangen, von der aus man wiederrum eine wunderschöne Aussicht auf den Sommerpalast oben auf einem Hügel am anderen Ufer eines Sees hat. Man „geht“ nicht  durch diese Gärten, man „wandelt“. Beijing2 (78 von 91)Unglaublich dezent, elegant und fein werden hier Blickpunkte und Bewegungen arrangiert und gefügt, grade zu zärtlich wird das Sonnenlicht durch die Bäume gefiltert, werden einzelne Bauten im Wasser gespiegelt, sodass sich eine sehr ruhige, liebevolle, friedvolle und die Seele streichelnde Atmosphäre bildet. Die Locals halten sich gerne in den Parks und Gärten auf, man beobachtet sie Musizieren, Tanzen, Tai-Chi-praktizieren, Karten oder Mahjongg-spielen, Singend und Fotografierend.  Ein Highlight war für mich der Lamatempel. Ich schätze etwa eine Million Riesenräucherstäbchen werden pro Tag auf dem Tempelgelände verbrannt! CHina_Beijing 2013 (371 von 400)Ein friedvolles, wunderschönes, kunstvolles und stilles Areal voller betender Menschen, umspielt von duftendem Rauch. Ich war vollkommen verzaubert, zündete selbst einige Räucherstäbchen an und blieb einfach da. Eine Zeit lang. Ein Teil von mir sitzt immer noch da, zwischen zwei Tempelhallen im Schatten.

Nun sitze ich am Flughafen, warte und wundere mich immer wieder aufs Neue warum sich hunderte Menschen in eine Schlange vor dem Gate aufstellen?!  Weil das Flugzeug sonst ohne sie abfliegt wenn sie einfach sitzen bleiben? Um den ihnen bereits beim Check-In fest zugewiesenen Sitzplatz auch wirklich-wirklich zu bekommen??? Verstehe ich nicht. Ist auch überall, an jedem Flughafan auf dem ich war, gleich. Nö. Ich mach da nicht mit; ich warte schön bis die Schlange weg, schlendere dann gemütlich zum Gate und zu meinem Sitzplatz. Bis dahin ein paar Beobachtungen:

Die Geisterstraße ist der Hammer: Tausende rote Laternen an einer Straße mit unzähligen Restaurants vor denen mindestens 36225 Millionen Menschen auf unendlich vielen Stühlen sitzen und sonnenblumenkerneessend auf einen Sitzplatz warten!Beijing2 (89 von 91)

Das Fotografieren wird hier echt mal auf die Spitze getrieben:-)

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Lächeln bedeutet GAR NIX.

Hier in Beijing (ich weiß nicht wie es im restlichen China ist) gilt offenbar ganz klar „jeder ist sich selbst der Nächste“  von Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft ist ohne Verbindung mit viel Geld nichts zu sehen. Sehr schade:-(

Die Leute stehen immer noch in der Schlange zum Gate, ich lach mich lockig!

Während man bei uns nur in die Schwärze blickt während man beim U-Bahn fahren aus dem Fenster guckt, läuft hier Werbung auf Screens im Tunnel:) Gute Idee!!

Es gibt Wickeltische auf Herrentoiletten. Sehr vorbildlich!

Man lässt gerne mal Kleinkinder ihr Geschäft mitten in die Fußgängerzone verrichten. Nein, nicht an einer Fassade, in einer Gasse, oder irgendwo versteckt: MITTEN rein. Stört sich niemand dran. „IN YOUR FACE“

Ich würde sagen: Es ist hier einerseits GANZ anders als ich es mir vorgestellt habe, und andererseits wiederum alles echt TOTAL so wie man es sich vorstellt:) Diese eher ambivalente Haltung habe ich irgendwie während meiner Woche hier entwickelt. Ich habe es unglaublich genossen und bin begeistert von so vielen Dingen hier, aber fand es hin und wieder auch richtig abstoßend. Ich würde sagen: Das gibt ne Revanche. Ich möchte nochmal längere Zeit durch China reisen und sehen wie mein Pendel ausschlägt, und ich würde wahnsinnig gerne mehr über  „die Kultur der Traditionellen Chinesischen Medizin“ wie sie hier genannt wird, Akupunktur, Tai-Chi und Kung Fu erfahren und lernen!

So die Schlange ist weg, ich steig ins Flugzeug ein. Ab nach Bangkok!

Transmongolische Eisenbahn

14.06.2013

Transmongolische Eisenbahn

Seit gestern morgens sitze ich wieder im Zug. Alles ist dem alten im Grunde gleich, außer dass der Speisewagen wesentlich schöner und eleganter ist und der Zug viel voller als auf der Reise von Moskau nach Ulaabataar.CHina_Beijing 2013 (7 von 400) CHina_Beijing 2013 (3 von 400)Jede Menge Niederländer, Franzosen und weitere Europäer. Die Toiletten sind leider nicht mehr so reinlich und sauber als auf der vergangenen Strecke, das Personal ist hier komplett männlich. Der Zugbegleiter der für unseren Wagen zuständig ist ist aber wahnsinnig freundlich und lächelt und quatscht ständig mit uns. Wir lernen ein wenig chinesisch:) Ich hätte mich schon früher dransetzen sollen die wichtigsten Sätze zu lernen, vor allem da mir eine sehr liebe Freundin eine ausführliche Liste zum Lernen vorbereitet hat! Danke hierfür nochmal!! ;-* Sobald ich eine Minute für mich bin, setze ich mich dran und lerne es!

Ich habe leider immer noch keine Möglichkeit gefunden auf das Dach zu kommen. Und da ich hier stärker als sonst Militäruniformen sehe, lasse ich das besser hier in China, vielleicht klappt mein Vorhaben ja irgendwo in Südamerika oder in Thailand?

Die Landschaft im mongolischen Teil der Reise war wieder eine neue Form des NIX. Steppe. Plattes beiges Land mit niedrigem Gestrüpp soweit das Auge reicht! Kilometerweit. Nix. Steppe. Steppe. Steppe. Kamele. 5 Stück. War ne ziemliche Überraschung für mich, dachte die sind nur in der Wüste Gobi, aber Nö! In der Steppe-Steppe gibts die auch! (Gut, auf dem Foto sind`s nur Pferde, meine Cam hatte da grade nen Platten)CHina_Beijing 2013 (2 von 400)Dann ging es zum mongolischen Teil der Grenze wo wir leider nicht aus dem Zug gelassen wurden. Unsere Pässe wurden eingesammelt, Kleine sinnlose, unnütze Kärtchen zum ausfüllen wurden verteilt und von uns mehr oder weniger Ausgefüllt, wonach wir nach frischer Luft lechzend aus dem Fenster hingen und manche dringend darauf warteten dass wir uns wieder in Bewegung setzen damit man die Toiletten wieder benutzen kann. Die Toilettenspülung besteht nämlich daraus, dass eine Klappe im Klo unten aufgeht sodass die „Produkte“ auf die Schienen fallen. Und mitten auf die Grenze zu kacken kommt nicht so cool. Wir bekommen unsere Pässe zurück und kleine sinnlose, unnütze Kärtchen zum ausfüllen werden verteilt. Ja schon wieder. Dann geht es ein paar Kilometer weiter zum chinesischen Teil der Grenze, wo, oh Wunde, unsere Pässe eingesammelt und kleine sinnlose, unnütze Kärtchen zum ausfüllen verteilt werden. Die jedoch sind diesmal ziemlich witzig (siehe Foto!!) Schade eigentlich das Aliens nicht in China arbeiten dürfen… Dann wird unser Zug in zwei aufgeteilt und in eine Konstruktionshalle gefahren wo wir in riesige Stahlklammern gesteckt, von der Räderunterkonstruktion getrennt und hochgehoben werden. Wahnsinn. CHina_Beijing 2013 (15 von 400)CHina_Beijing 2013 (11 von 400)Noch nie sowas gesehen. Danke dafür! Blöd nur dass man hier immer noch nicht pinkeln kann… Und lustig dass ich das an dem Abend sieben Mal erklären muss, weil immer irgendwer sagt, „Ach die könnten die Toiletten doch einfach mal auf machen!“ -ja Mann! Und dann pinkelst du dem Chinesen der Grade die Zugräder wechselt auf dem Kopf! ?! Anderthalb Stunden später erreichten wir, und jetzt haltet euch fest:! Vor salutierenden Uniformmenschen und Klassischer Musik den Chinesischen Grenzbahnsteig wo wir aussteigen durften. Kein Mensch hat sich dafür interessiert weil die Zuggäste geschlossen zur nächsten Toilette RANNTEN:-D Herrlich. Aber kein Wi-Fi. Fanfaren und Trompeten, aber kein Wi-Fi. Ach Leute, ihr wisst echt worauf es ankommt….

Ich war einfach nur noch hundemüde, habe komplett den Überblick verloren wie, wann, wie viel, ob genug ich geschlafen habe. So bin ich ab zurück ins Abteil, schlafen. Bis heute Morgen 10 Uhr! Ich denke ich habe wirklich mal fast 10 Stunden durchgeschlafen! Endlich. Der Blick aus dem Fenster verrät dass wir tatsächlich nicht mehr in der Mongolei sind.

CHina_Beijing 2013 (27 von 400)

Es ist anders! Berge, Hügel, verschiedene Bäume in verschiedenen Höhen und Häuser mit Tondächern. Das ist mir zuerst aufgefallen. Tondächer es Masse. Und chinesische Schriftzeichen. Wieder werden ich mir wie eine Analphabetin vorkommen. Aber ich finde es wundervoll! Wir sind hier wahnsinnig gespannt auf Beijing! Es sind noch ca drei Stunden! Ich genieße meinen Instantkaffee und gucke aus dem Fenster, unterhalte mich mit zwei barcelonischen, muay-thai-kämpfenden Polizisten über Moskau und die Mongolei, und freue mich irgendwie auf meine chinesische Instantnudelsuppe zu Mittag.

Die Mongolei

Die Mongolei

Ich habe leider nur einen relativ kleinen Umfang der Mongolei gesehen, die Hauptstadt Ulaanbataar und eine Gegend etwas 2 Stunden von dort entfernt in den Hügeln und Bergen.  Mein erster Eindruck war: Sie lächeln! Nach den doch sehr ernsten Russen empfand ich es wundervoll und erfrischend die Menschen wieder freundlich und lächelnd zu erleben. Wir sind zu unserem Hotel gefahren und jeder konnte mindestens drei Bars, Restaurants oder Hotels mit Namen und Stil aus seiner Heimat finden. International, oder besser gesagt: Importiert. Im Supermarkt findet man Lebensmittel und Produkte aus der ganzen Welt, eingelegte Gurken und Würstchen aus Polen, Henkel-Shampoos und Deos, Französische Käse, Deutsche Süßigkeiten, Schweizer Schokolade, Produkte aus England, den Niederlanden, China und Russland. Alles ist importiert und damit auch Verhältnismäßig teuer. Das liegt daran dass der Boden in der Mongolei für Agrarkultur gänzlich ungeeignet ist, es kann nicht wirklich was angebaut werden. Lediglich Rinder, Schafe, Ziegen und Yaks fühlen sich pudel wohl auf den unendlichen Wiesen, sodass deren Fleisch und Milchprodukte den Kern mongolischer Nahrungsmittelproduktion bilden und im Verhältnis günstiger sind. Vegetarier sind hier schlecht bedient, bzw müssen viel blechen:)

Wir sind zunächst zum Hauptplatz dem Sukhbataar-Square gelaufen. Toller Platz! Sehr lebendig! Und wir hatten das Glück das dort die frisch graduierten Schüler und Studenten  ihren Abschluss, und einige Brautpaar ihre Hochzeit feierten. So fanden wir fabelhaft aufgetackelte Frauen in bunten schicken Kostümen und Kleidern auf Highheels mit Blumen und Sektflaschen geschmückt, sowie mondäne junge Männer in tailliert geschnittenen schwarzen Anzügen und verspiegelten Sonnenbrillen für einen Haufen von Kameras posieren und showlaufen. Mongolia 2013 (79 von 371) Mongolia 2013 (72 von 371) Mongolia 2013 (63 von 371) Mongolia 2013 (69 von 371)Sie sangen, feierten, ließen Sektkorken knallen, liefen für die Kameras in Reihen auf und ab, posierten in allen möglichen Varianten für die Kameras. Dazwischen all die Mütter, und Großeltern, stolz mit die geschenkten Blumen tragend und die Kameras bedienend. Besonders gerne wurde natürlich vor der majestätischen, grimmig drein guckenden Ghenghiz Khaan Statue posiert, die vor der  Mitte des in Gold gefassten Regierungsgebäudes thront und den Platz bewacht.Mongolia 2013 (83 von 371) Obdachlose sammeln Plastikflaschen, Inlineskater fahren enge Slalomlinien um bunte Hütchen, BMX-Biker springen stunts und rasend durch die Gegend, Fernsehteams halten mit dynamischen Kamerafahren alles fest und gestikulieren sich gegenseitig Befehle zu. Fabelhafte Atmosphäre. Mongolia 2013 (65 von 371)Auf der Treppe des Regierungsgebäudes darf man allerding nur aufrecht sitzen, wie ich zurechtgewiesen wurde, sich mit den Armen an den oberen Stufen abstützen IS nicht! Rauchen is nich. Auf dem Platz auf dem Boden sitzen is nich. Eine weitere Übung für mich geduldig mit Zurechtweisung und Reglementierung umzugehen. Wieder was gelernt. Ich sollte öfter auf den Platz gehen und NICHT rauchen, NICHT auf dem Boden oder bequem auf den Treppen sitzen.  Weiter gehts zu Fuß zu einem Theater um uns eine traditionelle Tanz-, Musik- und Gesangdarbietung anzusehen. Mongolia 2013 (87 von 371)Ich war sehr skeptisch! Ich kann ja mit polnischer und deutscher Volkstuerrei überhaupt nix anfangen und es ist für mich immer ein Grund zum Fremdschämen, schlimmer, ich fühle mich auch noch fälschlicherweise irgendwie dafür verantwortlich! Aber so ist das mit dem was man gewohnt ist: Man weiß es nicht zu schätzen! Sieht man die Welt durch Fremde Augen, egal ob in Form der Begeisterung einer anderen Person, oder weil man selbst der Sache fremd ist, entdeckt man plötzlich Schönheit und kann so manch einen Tanz, ein Lied, ein Kostüm verstehen und begreifen und >>> TADAA: Wertschätzen!

Jedenfalls hab ich beim ersten Lied, ein altes traditionelles Nomadenliebeslied, geheult. Ich bin manchmal so ein Schwampf! Aber ich fand es wirklich so wunderschön! Ein toller Rhythmus, zarte und intensive Töne, leichte Höhen und dann dynamische Bässe! Fabelhaft! Zwei Damen spielten zwei unterschiedlichen Saiteninstrumente, das eine wurde gezupft, das andere mit kleinen Minihämmern „beklopft“ (Ich drücke mich grade total dämlich aus) „beschlagen?“, „gehauen?“, „gedingst?“ Gedingst! Passt. Es gab noch eine Art Chello- geige mit lediglich zwei Saiten und einem großen Bogen und einen singenden stattlichen Mann in kunstvoller Tracht. Ich war wirklich überrascht, ist halt doch anders als Lederhosen und Jodeln!Mongolia 2013 (98 von 371) Die Tänze waren ebenso fanszinierend, vom Gefühl her , denn ich kennen mich nicht wirklich mit Tanz aus, war es eine Mischung aus russischen Elementen, (mit an den Schultern festhaltender Reihe und „Knie hoch“ und so), und chinesischen oder Ostasiatischen Elementen, (wie Handgelenk- und Fingerspielchen, Augen klimpern, hinter den Händen verstecken und symmetrischen Armakrobatiken). Es wurden natürlich, wie so häufig, Liebesgeschichten dargestellt, (die ganze Welt dreht sich darum, verrückt!) aber auch Szenen aus dem Leben der Nomaden und Krieger, wenn ich das richtig interpretiert habe.Mongolia 2013 (97 von 371) Die Gesangskünste sind ziemlich einzigartig für meine Begriffe,: Es gab da einen Sänger der wirklich-wirklich seeehr krasse Töne produziert hat! Keine Ahnung wo die raus kamen, aber sie hörten sich wie Instrumente an, also gar nicht mehr wie Stimme! Eher wie eine Tuba, und eine Oboe, und definitiv, wie meine australische Freundin mir bestätigte, wie ein Didgeridoo! Stimme! Wieder habe ich eine Lektion gelernt aus der Kategorie „Wozu der Mensch alles Fähig ist“ Danke sehr liebe Mongolei! Danke dass ich etwas wirklich-wirklich Neues erleben durfte und überrascht wurde! Danke für die Gefühlexplosionen aufgrund von Volksmusik! Legendär für mich. Danke.

Zuletzt gab es noch eine wahnsinnig laute Performance mit diesen lauten goldenen Tellern die aneinander geschlagen werden (Gott was hab ich für Bildungslücken, schlimm!) und Männern in kunstvoll aufwändigen Geisterkostümen und einem der als sowas wie Moses (sieht für mich so aus, sorry) verkleidet war und die alle gerufen, animiert und dann wieder verabschiedet hat. Faszinierend, Captain!Mongolia 2013 (124 von 371) So, Show ist zu Ende, raus geht`s zu Fuß durch die Stadt, Eindrücke sammeln, Menschen gucken, Architektur gucken.

Als Architektin fiel mir auf dass die Bauten ebenfalls ein Import aus Architekturstilen der halben Welt sind. Ursprüngliche Häuser sind die mongolischen Zelte sowie Holzhütten, und bei beiden spürt man sofort jahrhundertelange Erfahrung und Souveränität i n der Bau- und Gestaltungsweise. Sie sind ein wichtiger Teil der mongolischen Identität. Im Zuge der in den letzen Jahrzehnten fortschreitenden politischen Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Entwicklung musste die Stadt Ulaanbataar sehr schnell „wachsen“. Das Wort ist deswegen in Anführungsstrichen weil es tatsächlich mit natürlichem Wachstum nichts zu tun hat. Man importieren einfach auch alle möglichen Baustile und baut und baut querfeldein, hier und da, so und so, mal ne Finka, mal einen sowjetischen Betonplattenbau, mal eine Hütte, mal eine biedere deutsche Doppelhaushälfte, mal eine Mischung aus Irgendwas mit griechischen Säulen und Walmdach, mit Rundbögen, spitz zulaufenden Fensterbögen, klassizistisch, gotisch anmutend,  alles kunterbunt durcheinander wie ne gemischte Tüte im Tante Emma Laden in Wesseling 1993. Mitten im Nirgendwo findet man dann eine riesen Siedlung an seltsamen Einfamilienhäuschen eingerahmt in eine 3m hohe Betonmauer mit der Aufschrift „Happy Valley“ ….Ähm?! -Überhaupt finde ich es wahnsinnig witzig dass die überall im Nirgendwo Zäune aufstellen! Ich mein, wenn dieses Land etwas hat dann ist es definitiv PLATZ ohne Ende, und da mutet es doch wirklich skurril an, wenn plötzlich, mitten auf der Wiese ein 80m langer Zaun steht. Nur eine Seite versteht sich, nicht etwa vier, um etwas einzugrenzen oder so, Nö! Nur eine Linie von 80m Zaun. Ha! Toll, was?!  Szene: Doppelhaushälfte mit römischen Säulen und Pilastern, in Zaun, plus mongolische Jurte im Vorgarten, neben Blockhaus mit lila Dach und Schiffscontainer. Yeah! 😀 Nebenbei bemerkt ist der Kleidungsstil dem sehr ähnlich.Mongolia 2013 (364 von 371) Mongolia 2013 (367 von 371) Mongolia 2013 (370 von 371) Mongolia 2013 (371 von 371)

Die ländliche Mongolei wiederrum ist einfach wunderschön in jeglicher Hinsicht! Nach tagelangen Birken sieht man plötzlich keine mehr! Nicht nur keine Birken, nein, gar keine Bäume! Kilometerlanges Auenland,Mongolia 2013 (140 von 371) Mongolia 2013 (170 von 371) Wiesen in allen Grüntönen, Steppen und grün-beige, Hügel, weitausufernde Flüsse, grasende wilde Pferde und Yaks, Kühe und Schafe, meilenweite Sicht. Ein Paradies für das geschundene Auge wenn man aus der Stadt fährt. Und mich stark an einen riesigen Golfplatz erinnernd.:-D Dann wurde es bergiger, Bäume waren wieder zu sehen, Nadelbäume und Büsche und Sträucher und, was wirklich wunderschön ist, meilenweite Felder mit kleinen blauen Irisblumen! Dazwischen die mongolischen Jurten und grasende oder galoppierende Pferde, Yaks und Schafe. In dieser Gegen hatten wir die Möglichkeit in solchen Jurten zu übernachten.Mongolia 2013 (148 von 371) Die Zelte sind sehr schlau gemacht: Sie haben ein stabile, kreisrunde Holzkonstruktion um Inneren mit Loch am höchsten Punkt das bei Bedarf geschlossen werden kann. Die Wände und das Dach werden mit dicker Schafs-und Yackwolle verkleidet und mit festen Stoffbahnen gebunden. Das Ding ist warm! Nachts fallen die Temperaturen auch im Sommer beträchtlich, sodass sicher gestellt werden muss dass der Ofen im inneren nicht umsonst beheizt wird und die ganze Wärme in nullkommanix wieder verschwindet. Die Jurten sind also gut isoliert und Windgeschützt. Am Abend habe ich es mir nicht nehmen lassen persönlich das Feuer im Inneren zu machen, gehört einfach dazu für ne alte Pfadfinderin:)Mongolia 2013 (337 von 371) Nachdem wir unser kleines Gepäck im Zelt verstaut haben sind wir erst mal den nächsten Berg hinauf gestolpert um die fabelhafte Aussiecht zu genießen. Der Aufstieg wurde begleitet von einem würzigen, kräuterigen Duft und frischem Wind. Oben angekommen wurde mir zum ersten Mal bewusst wie ruhig und still es dort ist. KEIN Laut! Nur der Wind war zu hören wie er durch einen Baum auf dem Berg oben wehte. Nur der eine Baum und der Wind, das war alles was man hörte. Es war eine fabelhafte bewusste Erfahrung. Nach dem Abstieg und dem Essen sind wir zu einer Felsformation gefahren mit dem Namen „Turtle-Rock“. Erklärungen bezüglich der Form dürften überflüssig sein, hm? Tatsächlich sehr kraftvoll von außen anzusehen, entpuppte sich der Ausflug sogar als abenteuerlich und spannend da wir uns entschlossen haben diese Felsformation zu besteigen! Mongolia 2013 (203 von 371)Rauf und runterkrackseln, etwas klettern, ausrutschen, einander festhalten und Tipps geben bis wir zu einer Felsspalte kamen die in mitten ihres magischen Lichtes einen kleinen natürlich Altar beherbergte, mit Gaben in Form von Geldscheinen und Süßigkeiten wie ich es von Bali her kenne. Zauberhaft! Dann haben wir beobachtet wie ein paar Einheimische durch eine noch viel schmalere Felsspalte im „Boden“ verschwanden und wir machten uns auf uns genauso durchzuzwängen. Lustig zu erwähnen dass dies, je nach Körperumfang, abenteuerliche Ausmaße annahm;) Als Belohnung erwartete uns eine absolut fabelhafte Aussicht zwischen den Felsen, hoch oben auf die grünen Wiesen samt Kühen und Pferden.Mongolia 2013 (221 von 371) Mongolia 2013 (225 von 371)

Die Pferde haben es mir wirklich angetan und ich bin immer noch absolut begeistert von dem Ausritt den wir dann unternommen haben. Im Jagdgalopp durch die Prärie trieben wir mit festen „cho!“-Rufen unsere Pferde an, die einen langsamer im Trab, ich so schnell und wild es meinem Pferd nur irgendmöglich war. Wahnsinn. Ein fabelhaftes Gefühl auf dem Rücken des Pferdes und all seiner Kraft und Freude zu reiten, den Wind zu spüren, die dumpfen festen Hufe auf dem festen grünen Boden der Mongolei. Mal abgesehen  davon dass mir der Hintern noch heute weh tut.

Glücklich müde und geschafft wurden wir zu einer Nomadenfamilie in ihre Jurte eingeladen. Die ältere, sehr freundliche Dame begrüßte uns mit ihren beiden Enkelkindern und tischte Handgemachte Speisen auf. Käse, Joghurt, und drei weitere Dinge von denen ich keine Ahnung haben was das eigentlich war, aber alles probierte. Es war gut, schmeckte frisch, ländlich, selbstgemacht, natürlich und traditionell. Wunderbar, fernab jeglicher Touristen, mitten im Nirgendwo, im Grünen, zwischen skurrilen Felsen, wilden blauen und gelben Blumen und Rindern.Mongolia 2013 (271 von 371) Mongolia 2013 (251 von 371)

Am Abend nach dem Essen, was leider echt nicht der Rede wert war, hat unsere Guide-Frau angeboten die traditionellen Kleider anzuprobieren. Korrigiere mich wenn ich falsch liege, aber ich halte davon gar nix. Ich habe viel zu viel Respekt vor den Trachten dieser Kultur als dass ich sie, zum Spaß für ein Foto wie im Phantasialand,  als Karnevalskostüm missbrauche. Find ich nicht gut. Sowas zu tragen muss man sich verdienen, meiner Meinung nach.  Die anderen sahen es nicht so. Ich hab Fotos gemacht.Mongolia 2013 (303 von 371)

Zurück in der Jurte hab ich, wie schon erwähnt,  das Feuer im Ofen entfacht und das Zelt wurde von einem zarten Knistern, kuscheliger Wärme und einem fabelhaften Duft erfüllt. Jetzt wüsste ich gerne welche Holzart das war, der Duft…. ich hab ihn noch in der Nase. Parfum. Macht Stimmung, so`n Zelt:) Schlafen konnte ich trotzdem nicht, weil ich darauf gewartet habe dass es endlich dunkel wird und ich mir den Sternenhimmel ansehen kann. Ich steh einfach auf Sterne. Mal ehrlich, wann wird einem mal bewusst dass wir uns tatsächlich grade, jetzt in diesem Moment, (nicht nur Nachts, nein!) mitten in einem unendlichen Universum befinden?! In Mitten von Milliarden furchtbar weit entfernten und sich in rasender Geschwindigkeit bewegenden Sonnen und Ihren Planeten und Trabanten. 7 Sternschnuppen hab ich gezählt und ich hatte keine Wünsche. Mehr noch, in dem Moment der ersten Sternschnuppe dachte ich sogar „Um Gottes Willen, wünsch dir blos nix, das macht alles nur kaputt!“ Die lebenden Sterne sollen für mich verantwortlich sein, nicht die erloschenen. Und sie sind es. Alle. Danke dafür:-)Mongolia 2013 (341 von 371)

Die Mongolen habe ich als stolzes, naturverbundenes,  Volk erlebt. Sie haben eine reiche Geschichte und Kultur die noch gepflegt und gelebt wird. Die Zeiten Ghengiz Khaans sind allgegenwertig, alles scheint in irgend einer Form seinen Namen zu tragen, überall ist er abgebildet. Ich denke aber vieles hat sich in jüngster Zeit zu schnell und zu unkontrolliert entwickelt und die Mongolen hatten noch keine Zeit eine moderne Identität zu entwickeln und zu erkennen oder aufzubauen wer sie HEUTE sind.

 Ich bin überrascht darüber wie ich manchmal reagiere. Szene: Weite Grüne Hügel und ein paar Felsformationen an deren Fuße Yaks grasen. Ich sitze im Auto mit meinen Kopfhörern und bin fast überwältigt von dieser Szenerie und unglaublich glücklich an diesem Moment teilzuhaben. Eine Glücksträne. Und dann denk ich: „Boah Marcela, du hast doch echt ein Rad ab! Was stimmt mit dir nicht?! heul doch nicht wegen zwei grasenden Yaks!!“ Echt jetzt! Wie wird es mit meiner Sensibilität in ein paar Monaten sein? Wird mich so etwas dann relativ entspannt lassen, oder werde ich schon anfangen zu heulen wenn ich nur ein Gänseblümchen sehe?! Ich bin einfach wahnsinnig glücklich darüber so einen Szene beobachten zu können in der einfach alles perfekt ist. Alles friedlich, wahr, ausbalanciert, harmonisch und richtig. Ich habe dann das Gefühl einer großen kosmischen Verbundenheit. Kein Ego. Nicht meins, nicht das Anderer. Es ist alles Gut.

Blablabla… genug davon:-D